Personal der Asylbehörde Fedasil überfordert

Die Mitarbeiter von Fedasil, der staatlichen Behörde für die Aufnahme der Asylbewerber, sind völlig ausgelaugt. Sie können sich gegen den ständig zunehmenden Zustrom von Flüchtlingen und Asylsuchern kaum wappnen. Täglich sammeln sich hunderte Bedürftige vor den Toren der Behörde im Brüsseler Nordviertel. Rasch sollen 130 neue Mitarbeiter angeworben werden.

Die Mitarbeiter von Fedasil können pro Tag die Anträge von höchstens 200 Asylbewerbern bearbeiten. Es gab aber auch schon Tage, an denen bis zu 300 Flüchtlinge dort warteten. Ab und zu müssen einige von ihnen unverrichteter Dinge abgewiesen werden, wie am vergangenen Montag wieder geschehen. Sie werden auf eine Warteliste gesetzt und auf den nächsten Tag vertröstet. Am Dienstag musste aber keiner abgewiesen werden.

Mittlerweile sei der Zustand für das Personal der Behörde unhaltbar geworden, so die christliche Gewerkschaft ACV, die die Mitarbeiter von Fedasil und die wartenden Asylsucher am Mittwochmorgen mit Gebäck und Getränken begrüßte (Foto).

Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass man neben dem Zustand der Asylbewerber nicht den Zustand derer vergessen sollte, die sich mit den Problemen der Flüchtlinge von Amts wegen beschäftigen. Aus diesem Grunde wurde die Direktion von Fedasil am Mittwoch von der ACV mit Zitronen bedacht. Ein schelmischer hinweis auf das Auspressen ihrer Untergebenen wie Zitronen...

Am 28. August beschäftigt sich der Ministerrat der belgischen Bundesregierung in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause mit diesem Thema. Dies ist in den Augen der ACV aber schon fast zu spät. In einer Pressemitteilung der Gewerkschaft hieß es dazu am Dienstag: „Die Asylsucher verzweifeln. Ihnen werden schöne Versprechungen gemacht, doch die Realität sieht anders aus.“

Fedasil reagiert

Am Mittwoch wurde bekannt, dass Fedasil so schnell wie möglich 130 zusätzliche Miterbeiter anwerben wird. Bei der Behörde hat man offensichtlich erkannt, dass die Beschäftigten speziell bei der Aufnahme und bei der Begleitung von Flüchtlingen seit Wochen völlig überarbeitet und überlastet sind. Bis zum Ende des laufenden Monats August sollen 30 zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt werden. Man setze alles daran, die 130 zusätzlichen offenen Stellen so schnell wie möglich zu besetzen, hieß es dazu von Seiten Fedasils.

Akuter Personalmangel

Auch die Beschäftigten in den Aufnahmezentren im ganzen Land bitten Händeringend um mehr Personal, wie Hilde De Leeuw von der christlichen Gewerkschaft ACV am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte: „Es kommen immer mehr Flüchtlinge. Sie wollen denen einen guten Aufenthalt ermöglichen, doch jetzt haben sie langsam Personalmangel.“ Hinter vorgehaltener Hand ist bei den Beschäftigten aller Dienste, die sich in Belgien mit der Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern befassen, die Rede davon, dass der derzeitige Personalbestand mindestens verdoppelt werden müsste, um der Sache gerecht zu werden.