“Wir wollen Teil der Lösung sein”

Vluchtelingenwerk Vlaanderen (dt.: Flüchtlingshilfe Flandern) will mit Asyl- und Migrationsstaatssekretär Theo Francken (N-VA) über die Unterbringung anerkannter Asylbewerber in Gastfamilien verhandeln. Das erklärte Direktorin Els Keytsman (Foto) in den VRT-Fernsehnachrichten.

„Schon jetzt steht fest, dass Belgien dieses Jahr wesentlich mehr Asylbewerber aufnehmen muss als in den vergangenen Monaten und Jahren“, so Els Keytsman. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Ländern, in denen Krieg und Gewalt herrscht. „Das bedeutet, dass sie hier eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, sich hier integrieren und ein neues Leben aufbauen müssen.“

Laut Keytsman müssen hierzu Sprachkurse und Begleitmaßnahmen organisiert werden. „Viele Flüchtlinge möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben, aber dazu müssen sie auch die Gelegenheit erhalten.“

Gastfamilien

„Immer mehr Menschen kontaktieren uns, weil sie Flüchtlinge aufnehmen möchten“, sagt Keytsman. „Wir prüfen momentan, ob es möglich ist, anerkannte Asylbewerber in flämischen Gastfamilien unterzubringen. Gerne würden wir hierüber mi der Asylbehörde und dem zuständigen Staatssekretär reden.“ Flüchtlingshilfe Flandern will so Teil der Lösung der Asylkrise sein.

Els Keytsman kritisiert auch die Tatsache, dass trotz akuter Flüchtlingskrise auch in ihrem Arbeitsbereich sehr viel gespart wird. „Besser wäre es, diese Sparmaßnahmen auch bei den Städten und Gemeinden, rückgängig zu machen.“

Sie bezweifelt, ob es wirklich eine gute Idee ist, öffentliche Ausschreibungen für die Unterbringung von Flüchtlingen zu organisieren. In Großbritannien und Deutschland seien hiermit schlechte Erfahrungen gemacht worden, weil hier mit privaten Partnern zusammengearbeitet wurde, die keine Erfahrung mit Flüchtlingen hatten. Sowieso sei nicht erwiesen, dass eine Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen Organisationen wirklich billiger sei.