Opferfest: "Es muss nicht geschächtet werden"

Auch dieses Jahr ist wieder vor dem moslemischen Opferfest in Belgien zu wenig Kapazität vorhanden, um Schafe rituell schlachten zu können. Der belgische Rat der islamischen Theologen, der so genannte „Moslemrat“ erkennt diesen Umstand als höhere Gewalt an und erklärt dazu, dass die Gläubigen in Belgien von der Pflicht der Schafschlachtens befreit sind.

Auch dieses Jahr ist wieder vor dem moslemischen Opferfest in Belgien zu wenig Kapazität vorhanden, um Schafe rituell schlachten zu können. Der belgische Rat der islamischen Theologen, der so genannte „Moslemrat“ erkennt diesen Umstand als höhere Gewalt an und erklärt dazu, dass die Gläubigen in Belgien von der Pflicht der Schafschlachtens befreit sind.

Imam Brahim Laytousse, der Imam von Gent, ruft die moslemischen Gemeinden in Flandern dazu auf, dem Beispiel seiner Stadt zu folgen und auf das Schächten zu verzichten, wenn die Schlachtkapazität nicht gegeben ist. Dies sei wegen höherer Gewalt nicht möglich. Man solle stattdessen beten. „Wir sind gestern Abend gemeinsam mit dem Stadtrat zusammengekommen und haben eine Lösung gefunden. In Zottegem ist ein anerkannter Schlachthof gefunden worden, in dem vor dem Opferfest am 23. September 1.200 Schafe geschlachtet werden können.“, so Laytousse. Mehr sei nicht möglich.

Inzwischen hat auch der belgische Rat der islamischen Theologen seine entsprechenden Beratungen abgeschlossen und gab am Mittwochmittag bekannt, dass Moslems, die in Belgien keine Möglichkeit finden, ein Schaf rituell zu schlachten, darauf verzichten können, ohne damit eine Sünde zu begehen. Man solle beten und dies gelte dieses Jahr offiziell als Opfer. Die gläubigen Moslems können in ihrer Moschee auch Geld spenden, mit dem ein Schaf im Ausland geschächtet werden kann, so die Empfehlung der islamischen Theologen. Aber, ob damit das Problem vom Tisch ist und ob es nicht doch zu illegalen Schlachtungen kommt, ist unklar, denn nicht alle Moslems in Belgien erkennen die Moslemexekutive auch als Autorität wirklich an.

Das Opferfest

Zwischen dem 23. und dem 26. September feiern die Muslime in der ganzen Welt das Opferfest, eines der größten religiösen Feiern des Islams. Die Tradition schreibt vor, dass jede Familie ein Schaf schlachten muss und überschüssiges Fleisch an bedürftige Moslems weitergeben können. Obwohl immer mehr Muslime das Fleisch inzwischen beim Metzger bestellen, halten noch viele an der Tradition fest, selbst ein Schaf zu opfern und das Fleisch zu verarbeiten.

Dabei gedenken sie dem Propheten Ibrahim (Abraham), der Allah als Zeichen seiner Treue seinen Sohn Ismail opfern wollte. Doch, so erzählt die Überlieferung, wollte Allah dieses Opfer nicht und riet Ibrahim ein Schaf zu opfern. Ibrahim und sein Sohn opferten daraufhin voller Dankbarkeit im Kreis ihrer Familie, von Freunden und Bedürftigen einen Widder. Diese Geschichte wird im Koran in der Sure 37,99–113 erzählt.