De Wever: "Ich lass mir keine Schuldgefühle einreden"

Der Vorsitzende der flämischen Nationalisten N-VA, Bart De Wever, will sich in Sachen Flüchtlingskrise keine Schuldgefühle einreden lassen. Das sagte er in der Zeitung Het Laatste Nieuws. "Wenn ich das Foto des toten Kindes sehe, blutet mein Vaterherz. Ich lasse mich aber nicht von Emotionen leiten."

Das Foto des ertrunkenen Kindes Aylan Kurdi ging letzte Woche um die Welt. Die meisten Menschen waren einfach geschockt und sprachlos.

De Wever hat jetzt in seinen für ihn typischen Worten auf das Foto reagiert: "Emotional berührt mich das Foto, aber rational schalte ich ab, wenn so ein Foto das letzte Argument ist, um ein Plädoyer für eine Politik der offenen Grenzen zu halten", sagte er. "Bist Du herzlos, wenn Du als verantwortungsvoller Politiker etwas weiter vorausschaust als der erste Kloß, der Dir im Hals stecken bleibt und wenn Du sagst, dass eine Politik der offenen Grenzen nicht gerecht, sondern ungerecht ist?"

"Kriegsflüchtling bist Du, bis Du eine Grenze überquert hast, wo Du in Sicherheit bist und nicht mehr um Dein Leben bangen musst", führt De Wever aus. "Für einen Syrier ist das die türkische Grenze. Wenn die Syrier, Iraker und Afghanen doch noch ein Boot weiter nach Griechenland nehmen wollen und von dort aus am liebsten über Ungarn nach Deutschland gehen wollen, handelt es sich um Wirtschaftsflüchtlinge."

Laut De Wever suchten die Flüchtlinge nicht nur ein sicheres, sondern auch ein besseres Leben. "Das verstehe ich total, aber dann muss man ehrlich sein. Beginne Deine Fernsehnachrichten nicht mit der traurigen, schuldbewussten Nachricht, dass ein Kind auf der Flucht vor Krieg und Gewalt gestorben ist. Nein, ein Kind ist gestorben, weil seine Eltern auf der Suche nach einer besseren wirtschaftlichen Zukunft waren."

Menschenrechtsorganisationen in Belgien kritisierten De Wevers Äußerungen scharf und betonten, dass das, was De Wever gesagt habe, gegen die Menschenrechtskonvention verstoße.