Europas Landwirte protestierten in Brüssel

Die Demonstration der europäischen Landwirte für höhere Abnahmepreise für Milch und Schweinefleisch legte den Verkehr in und um Brüssel an diesem Montag so ziemlich lahm. Die Bauern begaben sich in die belgische und europäische Hauptstadt, weil sich dort gerade die EU-Agrarminister trafen, um genau über das angesprochene Thema zu sprechen.

Mehr als 5.000 Landwirte und mindestens 1.200 Traktoren legten seit den Morgenstunden am Montag den Straßenverkehr in und um Brüssel lahm.

Wer an diesem Montag nicht unbedingt in die belgische Hauptstadt kommen musste, der sollte es bleibenlassen oder zumindest nicht mit dem eigenen Wagen fahren. Die belgische Polizei arbeitete mit Hilfe von Kollegen aus den Niederlanden (kl. Foto), um die Demonstration der Landwirte unter Kontrolle zu halten.

Die Landwirte wollten mit ihrer Demonstration Druck auf die Landwirtschaftsminister der 28 EU-Mitgliedsstaaten ausüben, denn sie leiden unter enormem Preisdruck vor allem bei Schweinefleisch und bei Milchprodukten.

Ob die Europäische Union allerdings auf den Druck der Bauern eingehen würde, wat fraglich. Nicht zuletzt die tonangebenden Deutschen wiedersetzen sich jeder Regulierung des Agrarmarktes. Belgien und Frankreich hingegen konnten sich eine Quotenregelung in Krisenzeiten für bestimmte landwirtschaftliche Produkte vorstellen.

Im Laufe des Tages wurden die Proteste immer grimmiger. Die aufgebrachten Landwirte bewarfen die Ordnungshüter mit allen möglichen Gegenständen (Steine, Flaschen usw.) und warteten mot einer landwirtschaftlichen Maschine auf, mit der sie mit Stroh schossen. Zudem versuchte ein Traktor eine Polizeisperre zu durchbrechen und einige Bauern steckten Bäume in Brand, die sie zuvor im Europaviertel aus dem Boden gerissen hatten.

Brennende Reifen und angezündete Müllsäcke gehörten einmal mehr zum Repertoire der protestierenden Landwirte.Die Brüsseler Staatsanwaltschaft meldete, dass drei Polizisten bei den Protesten verletzt wurden. Einer der drei fällt für mindestens 10 Tage im Dienst aus. Im Zusammenhang mit diesen Krawallen wurde aber auch ein Landwirt verletzt.