ArcelorMittal investiert in den Standort Gent

Der internationale Stahlriese ArcelorMittal wird bis 2017 rund 80 Mio. € in den Standort Gent investieren. Ziel ist, Kohlenstoffmonoxyde (C0) aus den Hochöfen in biologische Brennstoffe zu verwandeln, um damit wiederum den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren zu können. Von dem Konzern bestätigten Medienberichten zufolge soll das mittelfristig auch dutzende neue Jobs bringen.

Carl De Maré, Chief Technology Officer bei ArcelorMittal, erklärte den Vorgang gegenüber der Nachrichtenagentur Belga: „Die Kohlenstoffmonoxyde aus den Hochöfen werden dabei unter Hochdruck in einen Reaktor eingebracht, in dem in einem Wasserband mit einer Temperatur von 38°C Mikroben leben.

Das sind Mikroben, die seit hunderttausenden von Jahren in der Tiefsee leben, wo kein Sauerstoff ist. Diese ernähren sich von CO und von Wasserstoff. Das Besondere daran ist, dass sie diese im Ethanol umwandeln. Dieses Ethanol kann man als Zusatzstoff in den Benzintank geben. Das ist quasi Biokraftstoff.“ Derzeit werden noch alle Gase aus den Hochöfen bei ArcelorMittal in Gent in ein Kraftwerk geleitet, doch dort wird aus dem CO leider das umweltschädliche CO2, das wiederum in die Atmosphäre gerät. Mit der neuen Technologie soll der rund 9 Mio. Tonnen-schwere CO2-Ausstoß im Genter Stahlwerk um 120.000 Tonnen jährlich gesenkt werden.

Die hier zur Anwendung kommende Technologie stammt aus Neuseeland und wurde von dem Unternehmen LanzaTech entwickelt. Für dieses Projekt planen LanzaTech und ArcelorMittal die Einrichtung eines Joint Ventures. Bei ArcelorMittal geht man davon aus, dass die Technologie ab 2017 zur Anwendung kommen kann. Bis dahin sollen bis zu 50 zusätzliche Mitarbeiter angeworben werden.