EU-Agrargipfel ohne konkretes Ergebnis

Trotz des Vorhabens, kurzfristige Maßnahmen zur Unterstützung der gebeutelten Landwirtschaft in der Union auf den Weg zu bringen, haben sich die EU-Landwirtschaftsminister am Montag ohne konkrete Ergebnisse getrennt. Offenbar kommen die Vorschläge der EU-Kommission bei den Ministern nicht besonders gut an.

Die EU-Kommission will die Landwirtschaft in der Europäischen Union mit einer sofortigen Finanzspritze von 500 Mio. € unterstützen. Diese Mittel sollen direkt an die Landwirte gehen. Damit will die Kommission zeigen, dass sie die Landwirtschaft in Europa finanziell nicht im Stich lassen will.

Doch die europäischen Agrarminister sehen viele offene Fragen und wollen wissen, wo das Geld herkommen soll und wie die Kriterien für die Verteilung dieser Mittel aussehen. Schon am späten Montagnachmittag äußerte Belgiens Landwirtschaftsminister Willy Borsus seine Bedenken zu den Kommissions-Vorschlägen.

Ihm waren die Ideen zu vage und zu unkonkret und es mangelt seiner Ansicht nach an einer echten Struktur.

Dem pflichtete Flanderns Landwirtschaftsministerin Joke Schauvliege (CD&V - kl. Foto) in einer ersten Reaktion bei. Gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte sie, dass sie weiter auf Antworten warte: „Wenn wir fragen, wo die Mittel eingesetzt werden und wie sie zwischen den Mitgliedsstaaten verteilt werden sollen, bekommen wir keine Antworten. Das ist dann besonders enttäuschend und darum ist der EU-Agrargipfel auch auf kommenden Dienstag vertagt worden, damit alles konkreter ausgearbeitet werden kann.“

Am kommenden Dienstag treffen sich die EU-Agrarminister erneut und bis dann soll die Europäische Kommission einen neuen Vorschlag auf den Tisch bringen.

Jasper Jacobs

Reaktion des Bauernbundes

Piet Vanthemsche (kl. Foto), der Vorsitzende des Bauernbundes, äußerte am Montagabend im VRT-Fernsehen quasi die gleiche Kritik, wie Bundesminister Borsus und Landesministerin Schauvliege:

„In kurzfristiger Hinsicht ist das Glas halbvoll. Da steht nur eine Zahl im Raum: 500 Mio. € mit denen man die ‚Cash-Position‘ unserer Landwirte und unserer Unternehmen ein Stück weit erleichtern will. Man setzt sich aber sehr wenig mit dem Sektor der Schweinezucht auseinander, wo es doch schon seit Jahren große Probleme gibt. Das ist eine Enttäuschung. Und strukturell oder langfristig liegt hier nichts vor.“