Schlafplätze für Flüchtlinge in Brüsseler WTC-Turm

In einem der drei WTC-Gebäude im Brüsseler Norden wurden rund 250 Schlafplätze für Flüchtlinge und Asylsucher eingerichtet, die seit Tagen vor dem Ausländeramt in der belgischen Hauptstadt darauf warten, ihre Anträge stellen zu dürfen. Ein Erfolg ist diese Maßnahme bisher nicht.

Um 18 Uhr am frühen Montagabend wurde der WTC-3-Turm für die Flüchtlinge aus dem Maximilianpark in Brüssel unweit des Nordbahnhofs geöffnet, doch nur wenige der Angesprochenen machten von diesem Angebot auch Gebrauch. Im Park wurden wieder neue Unterschlüpfe aus hölzernen Transportpaletten gezimmert und die meisten der dort seit Tagen ausharrenden Flüchtlinge blieben auch jetzt wieder dort, auch, weil ihre Freunde und Angehörigen dort bleiben wollten.

Nicht wenige der angesprochenen Flüchtlinge zogen es vor, nicht in den trockenen Bürosturm zu gehen, weil sie wohl befürchteten, von dort aus in Aufnahmelager transportiert zu werden oder dort eingesperrt zu werden. Andere wiederum wussten gar nicht erst, dass die Möglichkeit überhaupt bestand, in einem festen, trockenen und warmen Gebäude in Betten übernachten zu können, wie die VRT-Nachrichtenredaktion herausfand.

Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes musste dies am Montagabend auch bestätigen. Jetzt hofft man hier, diese Möglichkeit im Laufe des Dienstag besser zu kommunizieren, denn die kommenden Nächte bleiben kalt. Doch bei den meisten Flüchtlingen genießt der Maximilianpark wohl weiter den Vorzug.

Die, die dennoch im WTC-Turm geschlafen hatten, wurden um 8 Uhr am Morgen, nach heißem Tee und Kaffee sowie Waffeln und Brot wieder nach draußen entlassen, um sich wieder vor dem Ausländeramt in die Warteschlange einzureihen. Letztendlich profitierten lediglich rund 20 Flüchtlinge von diesem Angebot. Dies wiederum verärgerte Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Theo Francken (N-VA): "Was muss ich denn noch tun. Soll ich ihnen Hotels anbieten...?"