Oxfam: Jeder 5. Belgier von Armut bedroht

Die Entwicklungsorganisation Oxfam warnt vor der Zunahme der sozialen Ungleichheit in Europa und stellt fest, dass immer mehr Menschen Probleme damit haben, ihr tägliches Leben zu finanzieren. Zu hohe Sonderausgaben führen demnach rasch direkt in die Armut. Belgien verbucht in diesem Zusammenhang Besserung, doch auch hier ist das Problem von Armut und sozialer Ausgrenzung sehr groß.

Die zunehmende Armut und Ungleichheit in Europa bedrohen den sozialen Zusammenhalt und untergraben die Demokratie. Davor hat die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam in ihem am Mittwoch veröffentlichten Bericht "Ein Europa für alle" gewarnt. Demnach fehlte im Jahr 2013 rund 50 Millionen Menschen in Europa das Geld, ihre Wohnungen zu heizen oder unvorhergesehene Ausgaben zu bestreiten - ein Anstieg um 7,5 Millionen Betroffene seit 2009.

Fast ein Viertel der europäischen Bevölkerung, insgesamt 123 Millionen Menschen, lebt an der Armutsgrenze oder darunter. Dem stehen auf der europäischen Vermögensskala 342 Milliardäre gegenüber, mehr als doppelt so viele wie noch im Jahr 2009.

In Belgien läuft etwa einer von fünf Einwohnen Gefahr, in die Armut oder in soziale Ausgrenzung abzurutschen, auch wenn unser Land im Bereich Einkommensungleichheit zu den Ländern in Europa gehört, die auf der besseren Seite stehen und bei denen Verbesserung beobachtet werden konnte.

Und doch bleiben die Zahlen auch für Belgien alarmierend. Derzeit lebt etwa 15 % der Bevölkerung hier unter der Armutsgrenze. In der Hauptstadt Brüssel ist die Situation noch alarmierender. Oxfam zufolge leben hier 40 % der jüngeren Einwohner in der Altersklasse zwischen 15 und 24 Jahren in Armut.

Im Vergleich zwischen Armut und Reichtum in Belgien errechnet Oxfam, dass der 5%ige Anteil der Reichsten in unserer Bevölkerung gemeinsam so viel besitzt, die die 75 % der Ärmsten zusammen. Laut Oxfam ist die Zunahme der Armut in Europa im Allgemeinen und in Belgien auf Landesebene in erster Linie auf Einsparungen zur Haushaltssanierung und auf steuerliche Ungleichbehandlung zurückzuführen.