Aber was kommt danach?

Nach der Aufnahme der neu eingetroffenen Asylbewerber wird nach freien Plätzen in Asylheimen gesucht. Und man muss schon weiterdenken, denn sobald die Flüchtlinge als solche anerkannt sind, müssen sie auch einen Platz in unserer Gesellschaft finden.

Viele Gemeinden wollen eine zusätzliche Anstrengung unternehmen, um Asylbewerber aufzunehmen, sagt der Vorsitzende des Sozialamts im westflämischen Wielsbeke.

"Ich denke, dass wir aus Solidarität mit den anderen Gemeinden handeln sollten. Wir werden doch versuchen, unser soziales Mitgefühl und unser Herz zu zeigen und eine gewisse Personenzahl aufzunehmen."

Für die erste Aufnahme, das heißt Schlafgelegenheit, Bad, Brot und Begleitung, bekommt das Sozialamt ein kostendeckendes Budget der belgischen Regierung. Doch hier hört die Verantwortung noch lange nicht auf. Wenn ein Asylbewerber nach dem Verfahren als Flüchtling anerkannt wird und folglich in Belgien bleiben darf, muss er oder sie oder die gesamte Familie innerhalb von zwei Monaten das Aufnahmelager verlassen und sich selbst eine Unterkunft suchen.

"Die Sozialämter werden die Menschen dabei auch begleiten, aber das setzt natürlich voraus, dass ausreichend bezahlbare Wohnungen vorhanden sind und das ist derzeit leider nicht der Fall", betont Nathalie Debast von den flämischen Städten und Gemeinden. Die Zahl der Sozialwohnungen hierzulande zu erhöhen, wird also die nächste Herausforderung sein.