"Belgien braucht ein super Anti-Betrugsdezernat"

Frank Philipsen (Foto), der Leiter der Sondersteuerinspektion (ISI), ist der Ansicht, dass Belgien ein einheitliches Betrugsdezernat braucht. Damit meint Philipsen eine Behörde, die sowohl gegen Steuerbetrug als auch gegen Sozial- und Wirtschaftsbetrug ermittelt. Dies würde die Erfolgsquote bei entsprechenden Ermittlungen erhöhen.

In der VRT-Wirtschaftssendung „Der freie Markt“ sagte ISI-Leiter Frank Philipsen, dass Belgien eine Art Superbehörde gegen Betrug und organisiertes Verbrechen brauche: „Steuerbetrug fördert automatisch auch Sozialbetrug und geht bis hin zu Wirtschaftskriminalität. Dann wäre es doch ideal, wenn wir es schaffen würden, unsere Kräfte zu bündeln. Ich bin ein ausgesprochener Befürworter eines Aufbaus eines autonomen Dezernats unter der Aufsicht nur eines Ministers.“

Derzeit sind gleich mehrere Ermittlungsbehörden mit dem Kampf gegen Betrug in Belgien beauftragt. Doch eine engere Zusammenarbeit der verschiedenen Ämter könnte tatsächlich für mehr Ermittlungserfolge sorgen, denn viele umfangreiche Betrugsfälle betreffen gleich mehrere Bereiche. Die Sondersteuerinspektion (ISI) z.B. geht nur gegen Steuerhinterzieher vor und nicht gegen Sozialbetrüger oder gegen Wirtschaftskriminalität.

Pro und….

Belgiens Staatssekretär für Betrugsbekämpfung, Bart Tommelein (Open VLD), gab per Twitter zu erkennen, dass er hinter dem Vorschlag von Frank Philipsen steht. Er ist der Ansicht, dass man diesen Schritt ganz einfach tun müsse.

Doch schnell wird das wohl nicht vonstattengehen. Bundesfinanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA) gab zu verstehen, dass dies keine Priorität habe und auch nicht im Koalitionsabkommen stehe…