"Flandern kann 22.000 Flüchtlinge unterbringen"

Flanderns Landesministerin für Wohnen und Einbürgerung, Lisbeth Homans (N-VA), geht davon aus, dass das belgische Bundesland bis Ende dieses Jahres rund 22.000 Neuankömmlinge permanent ein Dach über dem Kopf bieten muss. Laut ihren eigenen Berechnungen wird Flandern dies auch schaffen.
Jasper Jacobs

„Das sind natürlich Prognosen, aber wir gehen von 22.000 Flüchtlingen aus“, so die Landesministerin. Das bedeutet, dass das belgische Bundesland Flandern rund 70 % aller Flüchtlinge, die nach den EU-Plänen in unser Land kommen werden, beherbergen muss.

„Ich bin sicher, dass unsere Instrumente funktionieren. Das ist natürlich ein großer Vorteil gegenüber den anderen Teilstaaten. Unsere Strukturen arbeiten.“ Ministerin Homans sieht in der Angelegenheit ein Problem von Kapazitäten. Sie gab dazu an, dass dies natürlich eine finanzielle Anstrengung darstelle, was aber bereits im Vorfeld bekannt gewesen sei.

Zunächst ist der Staat gefragt

Bis zu ihrer offiziellen Anerkennung unterstehen die Flüchtlinge dem belgischen Staat: „Das Budget für die Aufnahme beläuft sich jetzt auf 280 Mio. €“, sagt Homann‘ Parteikollege Theo Francken, Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, dazu.

Im nächsten Jahr, so der Staatssekretär, werden etwa 600 Mio. € dazu gebraucht. Daneben geht die Bundesregierung davon aus, dass die heutige Flüchtlingskrise den Staat im kommenden Jahr bis zu 120 Mio. € zusätzlich kosten werde, weil dann auch Sozialhilfe gezahlt werden müsse.