Flüchtlinge in Brüssel: Aufnahme neu organisieren

Brüssels Bürgermeister Yvan Mayeur (PS) sucht ein neues Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen, die tagelang darauf warten müssen, ihren Asylantrag stellen zu dürfen. Das Brüsseler WTC-III-Gebäude scheint zu klein und das Zeltlager im Maximilianpark stößt an seine Grenzen, was in der Nacht zum Sonntag, als es heftig regnete, einmal mehr deutlich wurde.

Seit dem vergangenen Montag stellte der belgische Staat den 800 bis 1.000 Flüchtlingen, die im improvisierten Zeltlager im Maximilianpark darauf warten, bei der Ausländerbehörde im Brüsseler Norden ihre Asylanträge stellen zu können, Räume im leerstehenden WTC-Gebäude zur Verfügung.

Dort wurden 500 Feldbetten aufgestellt, doch nur wenige der Angesprochenen nutzen diese Möglichkeit. Der Büroturm ist nur zwischen 18 Uhr am Abend und 8 Uhr am Morgen offen und verfügt kaum über Duschen oder Toiletten. Und, angesichts der großen Zahl Flüchtlinge im Park, ist das Gebäude auch zu klein.

In der Nacht zum Sonntag spitzte sich die Lage zu, denn es regnete heftig und damit war klar, dass das von ehrenamtlichen Freiwilligen betreute Zeltmager an seine Grenzen stößt. Am Samstag fanden Planungstreffen auf höchster Ebene statt, als sich der Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur (PS) und Belgiens Premierminister Charles Michel (MR) gleich mehrmals zu Gesprächen trafen.

Ziel ist, die Aufnahme und die Betreuung der vielen in Brüssel ankommenden Flüchtlinge besser zu organisieren und das Zeltmager im Maximilianpark auf „progressive und organisierte Art und Weise“ zu evakuieren. Noch immer kann die Ausländerbehörde unweit des Brüsseler Nordbahnhofs täglich nur 250 Asylanträge bearbeiten, auch wenn einige der Beamten auf freiwilliger Basis am Wochenende weiterarbeiten.