Nordseeküste: "Tarzans" im Laden nicht willkommen

Die meisten Geschäftsleute und Gastwirte aus den Badeorten an der belgischen Nordseeküste haben Probleme mit männlichen Kunden, die an heißen Tagen mit entblößtem Oberkörper in ihre Läden oder Gaststätten kommen, um zu shoppen oder zu essen. Die Händler und Wirte halten das für imageschädigend.

Die mittlerweile schon scherzhaft „Tarzans“ genannten Touristen, die an heißen und sonnigen Tagen auch an der belgischen Nordseeküste mit entblößtem Oberkörper einkaufen oder speisen gehen, sind in den hiesigen Badeorten acht von 10 Geschäftsleuten oder Wirten ein Dorn im Auge, wie der Mittelstandsverband Uniso in einer Umfrage festgestellt hat. Nicht wenige von ihnen sind der Ansicht, dass dies sowohl dem Image ihres Geschäfts, als auch ihrer Stadt schadet.

In Ostende setzte der Fremdenverkehrsverband im vergangenen Sonntag Studenten ein, die als Ferienjob „halbnackte“ Touristen auf ihr Fehlverhalten hinweisen sollten. Meist zeigten sich die Angesprochenen auch einsichtig, wie Martine Lesaffre (Open VLD) die Stadtverordnete für Tourismus der Stadt gegenüber dem VRT-Radiosender „Radio 2“ angab: „Sie denken da nicht immer dran. Sie kommen an die Küste und tun das, wozu sie Lust haben. Um aber das Image einer Geschäftsstraße hochhalten zu können, braucht man Kunden, die anständig angezogen sind.“

Laut Polizeiverordnung dürfen sich Touristen und Badegäste in Badehose oder Bikini lediglich am Strand oder auf der Strandpromenade zeigen. Doch eigentlich wird diese Regelung von niemandem in den Badeorten an der belgischen Nordseeküste wirklich kontrolliert. Laut einem Bericht der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad steht dieses Thema auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Rates der Bürgermeister der Küstengemeinden.