"Flanderns audiovisuelles Archiv ist in Gefahr"

Das Flämische Institut für Archivierung (VIAA) warnt davor, dass das audiovisuelle Archiv der Region verloren gehen könnte, wenn nicht bald mit rascherer Geschwindigkeit digitalisiert wird. Schließlich, so das Institut, gehört dies zum „kollektiven Gedächtnis“ des belgischen Bundeslandes.

Vieles von dem, was im vergangenen Jahrhundert aufgenommen wurde - sei es auf Tonband, Kassette, Ton- oder Stummfilm (auch z.B. Super 8), als auch auf herkömmlichen, sprich analogen Dias, Negativen oder Fotos - kann verschwinden, wenn es nicht bald auf digitalen Speichermöglichkeiten festgehalten wird. Das Material, auf dem diese Dokumente festgehalten wurde, löst sich nach und nach auf, verschwindet oder die Geräte, die es abspielen können (Projektoren, Tonbandgeräte, Kassettenspieler) funktionieren nicht mehr, sind längst auf dem Schrott gelandet oder unauffindbar.

Aber, so das Flämische Institut für Archivierung (VIAA), das alles zeigt authentische Dokumente aus dem täglichen Leben, die es zu erhalten gilt. Das kann alles sein, was für das „kollektive Gedächtnis“ in Flandern (und anderswo auf der Welt) wichtig ist oder was sich hier tagtäglich abgespielt hat.

Neben dem VIAA sorgen sich auch die Medien in Flandern und die Denkmalschutz-, Geschichts- und Kulturerbe-Verbände um das Erhalten dieser archivarischen Schätze. Unser Haus, der öffentlich-rechtliche Radio und TV-Sender des belgischen Bundeslandes Flandern, VRT, z.B. hat inzwischen fast alle analogen Archive digitalisiert und abgespeichert.

Jetzt aber ruft das Flämische Institut für Archivierung auf eine spielerische Weise die Bevölkerung dazu auf, ihre Aufnahmen aller Art zu begutachten und durch Digitalisierung zu erhalten. Über die Webseite www.debeeldcapsule.be (das steht für Bildkapsel) kann jeder Interessierte fünf Fragmente aus der Jetztzeit auswählen, die ihm für das „kollektive Gedächtnis“ Flanderns wichtig wären oder sind.

Die populärsten Fragmente kommen in eine „Bildkapsel 2115“ genannte Sammlung. 2115 ist eine Anspielung auf die Zeit in 100 Jahren, wo unsere aktuelle Vergangenheit längst Geschichte sein wird. Am 27. Oktober wird die „Bildkapsel 2115“ dann geöffnet und dabei soll sich zeigen, was den Flamen heute wichtig war (und ist). Vielleicht sucht der eine oder andere danach in seinem eigenen Archiv heraus, was ihm in seiner Geschichte wichtig war (oder ist) und lässt dies dann auch für die Zukunft digital festhalten…

AP2012