Ferkel auch in Flandern oft bakterienresistent

Fast drei Viertel aller im belgischen Bundesland Flandern gezüchteter Ferkel sind durch übermäßige Verabreichung von Antibiotika gegen die verschiedensten Bakterien resistent, wie aus einer Doktorarbeit einer Studentin ersichtlich ist. Dies kann nach Ansicht von Medizinern und Veterinären auch für die Verbraucher gesundheitsschädlich sein.

Die flämische Tageszeitung De Standaard meldet in einem Beitrag, der sich auf eine jüngst veröffentlichte Doktorarbeit beruft, dass fast die meisten Ferkel, die in Flandern gezüchtet werden, durch übermäßige Verabreichung von Antibiotika während der Aufzucht resistent gegen Bakterien sind.

Offenbar verabreichen fast alle in Flandern tätige Schweinezüchter ihren frisch geborenen Ferkeln Antibiotika, auch wenn diese nicht krank sind. Das bedeutet, dass die Ferkel im Falle tatsächlicher Krankheit oder bei Bakterienbefall eben mit Antibiotika nicht mehr behandelt werden können.

Diese Bakterien finden u.a. den Weg auf unser Gemüse und zwar durch die Tatsache, dass sie über den Schweinemist in die Umwelt gelangen und in den Boden. Das kann mitunter für die Verbraucher, sprich für die Menschen, gesundheitsschädigend, ja gefährlich werden, wie der Professor für Veterinärwissenschaften Jeroen Dewulf von der Universität Gent (UGent) gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angibt:

„Solche resistenten Keime können sowohl bei den Menschen, als auch bei den Tieren für ein Versagen von Behandlungen sorgen. In dem Augenblick, in dem Keime Krankheiten verursachen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen, können sich diese Medikamente nicht aktivieren. Wenn diese Keime im Körper der Ferkel gegen Bakterien resistent sind, dann funktioniert die Behandlung mit Antibiotika einfach nicht mehr.“

Nach der Forschungsarbeit der Studentin Bénédicte Callens, die damit promovierte, sind die meisten Ferkel in Flandern Träger einer Antibiotika-resistenten Form der E.coli-Bakterie. Viele dieser Ferkel erhalten an 20 % ihrer Lebenstage Antibiotika, so Callens in ihrer Studie: „Die Ferkel übernehmen diese resistenten Bakterien schon von ihren Muttertieren beim Säugen und bauen so eine eigene Reserve an Bakterien auf.“