Flanderns MP Bourgeois stellt “Vision 2050” vor

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) hat seine neue Zukunftsvision für sein belgisches Bundesland vorgestellt. Mit dem Projekt „Vision 2050“ will die Landesregierung ihre Vorstellungen, wie Flandern in 35 Jahren aussehen könnte, unterstreichen. Interessant ist dabei das Vorhaben, die internationale Ausstrahlung Flanderns zu verstärken.

Das Projekt „Vision 2050“ ist ambitioniert und soll aus dem belgischen Bundesland Flandern eine starke, soziale, offene, wiederstandfähige und internationale Region machen, wie Ministerpräsident Bourgeois anlässlich der Vorstellung des Plans am Montagabend in Gent angab:

„Wir beobachten jetzt einige Trends in der Gesellschaft, in Flandern aber auch in der ganzen Welt, die sich entwickeln und auf die wir jetzt eingehen wollen. Das ist keine Flucht nach vorne. Das will nicht sagen ‚wir werden vorausschauen, wie fein oder wie weniger fein die Welt dann sein wird‘, sondern das ist ein Arbeitsprogramm, das den Übergang begleiten soll.“

Die flämische Wirtschaft, der Pflegebereich aber auch der Umgang mit Flanderns Erzeugnissen und Bodenschätzen soll nach Bourgeois‘ Vision besser und intelligenter angegangen werden. Der Minister wünscht sich denn auch, dass die Minister aus dem flämischen Landeskabinett das Projekt „Vision 2050“ in ihrem Haushalt berücksichtigen. Das betrifft auch das Thema Umwelt.

Nach Ansicht von Beobachtern will der Ministerpräsident mit der „Vision 2050“ auch etwas der Kritik entgegensetzen, nach der seine Politik wenig Enthusiasmus aufweise. Aber, er will mit seinem 70 Seiten starken Projekt auch dem Plan „Flandern in Aktion“ seiner Vorgängers im Amt des flämischen Landeschefs, Yves Leterme und Kris Peeters (beide CD&V), etwas Konstruktives hinterherschicken.

Reaktionen

Aus Oppositionskreisen verlautete, dass der Plan von Bourgeois weitaus weniger ambitioniert sei, als die Projekte seiner Vorgänger. Die flämischen Grünen von Groen sind der Ansicht, dass Bourgeois' Pläne in Sachen Umweltfreundlichkeit schon bin 2020 oder 2030 umgesetzt werden sollten. Alles andere stehe schon dem derzeit geltenden Koalitionsabkommen auf Landesebene entgegen.

Bei den flämischen Sozialisten der SP.A ist der Plan ein "lobenswertes Vorhaben", doch alles, was darin stehe, sei bereits vorab gesagt worden. Der flämische Landeschef verschiebe lediglich frühere Deadlines um 20 Jahre.

Müll ist Geld wert!

Ein auffallendes Element im Vorhaben Flanderns im Rahmen der „Vision 2050“ ist die Idee, dass das Land Einnahmen aus dem Import und dem Wiederverwerten von Abfallstoffen aus dem Ausland generieren soll. Flandern sei eine Region, die sich ohnehin sehr stark für Mülltrennung und für die Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall stark mache, so Landeschef Bourgeois:

„Die zentrale Lage (Flanderns (A.d.R.)), die Welthäfen und der starke logistische Sektor sind darin wichtige Trümpfe. Hier kommen Ströme an Material aus der ganzen Welt zusammen, die hier wiederverwendet, repariert oder recycelt werden. Wir können daraus eine Handelsmarke schaffen.“