Streit um Schnelltram von Hasselt nach Maastricht

In den seit langem in Vorbereitung befindlichen Plänen für eine Überland-Straßenbahnverbindung zwischen der limburgischen Provinzhauptstadt Hasselt in Flandern und der südlimburgischen Maasletropole Maastricht in den Niederlanden steckt einmal mehr Sand im Getriebe. Flanderns Landeschef Bourgeois und die Bürgermeister der Anliegergemeinden sind sich nicht einig.

Stein des Anstoßes ist eine Bemerkung von Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA), nach dem die so genannte „Spartacus-Schnelltram“ gestrichen sei, wenn diese nicht in Maastricht am dortigen Hauptbahnhof halten könne. Dort, im südlimbirgisch-niederländischen Maastricht, müssten extrem teure Anpassungen in der Innenstadt und an einer Brücke über der Maas vorgenommen werden, damit die Straßenbahn vom Stadtzentrum in Richtung Bahnhof weiterfahren kann.

Dass die Tram am Maastrichter Bahnhof hält, ist für die flämische Landesregierung sehr wichtig, denn hiermit könnte ein direkter Anschluss an die niederländische Eisenbahn geschaffen werden. Ohne diese Haltestelle habe das gesamte Projekt keinen Wert für das belgische Bundesland. Diese Ansicht jedoch stößt auf völliges Unverständnis bei den Bürgermeistern der neun flämisch-limburgischen Gemeinden, durch die diese Tram von Hasselt nach Limburg fahren soll. Sie haben ihre Mobilitätspläne auf diese Schnelltram hin ausgearbeitet und stehen nun im Regen.

Lode Ceyssens (CD&V), der Bürgermeister von Meeuwen-Gruitrode: „Wir haben Absprachen getroffen und diese müssen ausgeführt werden. Wenn das Geld dafür in andere Projekte fließt, ist dies ein Sparprojekt gegen Limburg. Das halten wir für einen gefährlichen Präzedenzfall.“ Nicht zuletzt zeigt sich auch die niederländische Lenkungsgruppe „Tram Flandern Maastricht“ von den Aussagen der flämischen Landesregierung überrascht. Studien hätten belegt, dass die vorläufige Endstation der Linie am neuen Haltepunkt Forum Mosae vor der Maastrichter Maasbrücke sehr positiv bewertet werde. Die Zahl der Schnelltram-Fahrgäste, die ohne Halt am Hauptbahnhof andere Wege suchen würde, betrage lediglich 4 % der gesamten erwarteten Fahrgastzahlen zwischen Hasselt und Maastricht, so „Tram Flandern Maastricht“.