Einkommen der Landwirte in Flandern sinkt weiter

Das Einkommen der Landwirte im belgischen Bundesland Flandern ist im Laufe dieses Jahres um 1 % gesunken, wie der Bauernbund errechnet hat. Diese Zahl ist dramatisch, denn in den ersten acht Monaten dieses Jahres mussten die hiesigen Landwirte einen Einkommensverlust von bis zu 19 % hinnehmen. Nur der Gemüseanbau bleibt von der Entwicklung noch verschont.

Von den anhaltenden Einkommensverlusten sind in erster Linie der Fleischsektor und die Milchproduktion in der flämischen Agrarindustrie betroffen, wie Piet Vanthemsche (kl. Foto), der Vorsitzende des Bauernbundes am Mittwoch gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion erläuterte:

„Die Sektoren, die am schwersten betroffen sind, sind die Milchvieh- und die Schweinehaltung, also eigentlich der gesamte Fleischsektor. Die Produktion mit Tieren stellt rund 60 % der Einkommen unserer Bauern dar. Ein Teil der Einkommensverluste liegt am russischen Embargo. Russland hat ein Importverbot für Agrarprodukte aus der EU erlassen. Und Russland hatte sich für Europa zum zweitgrößten Absatzmarkt entwickelt. Also dies hat die Preisbildung und das Einkommen der Landwirte schwer beeinflusst.“

Auch auf Ebene des Obstanbaus mussten in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres wieder Umsatzeinbußen um 4 % hingenommen werden. Von den Problemen bleibt der Gemüsesektor - zumindest in Flandern - vorerst verschont. Hier stieg der Umsatz sogar um 23 %.

Der belgische Bauernbund will, dass die Europäische Union Maßnahmen trifft, um die Einkommen der Landwirts stabiler und verlässlicher zu gestalten, zum Beispiel, in dem in Krisenzeiten zielgerichtete Zuschüsse gewährt werden. Alleine in Flandern beziffert sich der Einkommensverlust schon jetzt auf rund 142 Mio. €, so der Bauernbund.