Opferfest: Schlachten in anerkannten Schlachthäusern

Am heutigen Donnerstag feiern die Muslime das Opferfest und hierfür wird traditionell ein Tier geschlachtet. In den vergangenen Tagen kam es immer wieder zu kontroversen Diskussionen um das betäubungslose Schlachten in Belgien.

Die rund 1,6 Milliarden Muslime weltweit gedenken an diesem Tag der Bereitschaft Ibrahims (Abrahams), der Gott einen seiner Söhne opfern wollte. Viele fromme Familien, auch in Belgien, schlachten deshalb traditionell ein Tier an diesem Tag.

Die Opfertiere werden geschächtet, das heißt, ihnen wird die Kehle durchgeschnitten, sie bluten aus.

Laut EU-Richtlinien müssen Tiere vor der Schlachtung betäubt werden, um ihr Leid zu lindern. Für religiöse Zeremonien sieht die EU jedoch Ausnahmen vor. Die Schlachtung muss dann allerdings in einem anerkannten Schlachthaus stattfinden.

In Flandern ist deshalb das Schlachten ohne Betäubung an provisorischen Schlachtplätzen verboten. Dies erfolgt also nur noch in anerkannten Schlachthäusern. Ein solches Schlachthaus befindet sich zum Beispiel in Zottegem (Foto). Dort werden extra Maßnahmen genommen.

Rund 500 Schafe und auch einige Kühe werden in Zottegem an Eid al-Adha, das in diesem Jahr auf den heutigen 24. September fällt, geschlachtet. Das macht ca. 40 Tiere pro Stunde.

In Zottegem können Muslime der rituellen Schlachtung in einem separaten Raum zusehen.

Ins Schlachthaus selbst darf niemand anderes hinein als diejenigen, die die Schlachtung durchführen. Sie müssen die richtige Kleidung tragen und eine Bescheinigung vom Arzt haben, die besagt, dass die Person mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommen darf. Personen der Moslemgemeinschaft dürfen also nicht hinein. Sie können aber auf einem Bildschirm im Versammlungssaal zusehen, ob die Schlachtung richtig durchgeführt wird.

Dass das Schlachten von Tieren an provisorischen Schlachtplätzen, wie das früher war, jetzt verboten ist, sorgt für Kritik von Seiten der Muslime.

Auch eine Schlachterin in Zottegem kritisiert: "Früher war das anders. Wir hatten ein System, das sehr gut funktionierte, sowohl für uns als auch für die Muslime. Sie konnten dem ganzen Prozess folgen. Jetzt ist die Schlachtung auch für die Muslime 'etwas weiter weg' ". Man müsse eben den Gesetzen folgen, so die Schlachterin noch.

Viele Muslime kritisieren, dass sie eigentlich nicht wüssten, welches Schaf der vielen geschlachteten Tiere ihnen ausgehändigt würde und dass sie nicht unmittelbar dabei sein könnten.

Es sei jetzt anders, aber eben nicht besser, heißt es im Schlachthof in Zottegem.