Bleiben die beschädigten Atommeiler abgeschaltet?

Gerard Mestrallet, CEO des französischen Energiekonzerns Engie (früher GDF Suez), ist nicht sicher, ob die beiden durch Haarrisse in der Reaktorummantelung abgeschalteten belgischen Atommeiler Doel 3 und Tihange 2 rasch wieder ans Netz gehen können. Die beiden schadhaften Reaktoren sorgen bei dem Energiemulti für Millionenverluste.

Ursprünglich war geplant, die beiden schadhaften Reaktoren Doel 3 des gleichnamigen Kernkraftwerks bei Antwerpen und Tihange 2 im ebenfalls gleichnamigen Kraftwerk von Tihange (Foto oben) in der Provinz Lüttich am 1. November dieses Jahres wieder hochzufahren. Die beiden von der Engie-Tochter Electrabel betriebenen Reaktoren waren erstmals 2012 stillgelegt worden und sind seit dem 25. März 2014 nicht mehr ans Netz gegangen, weil tausende Haarrisse in den Reaktorummantelungen festgestellt wurden.

Engie (ex GDF Suez) hat der belgischen Aufsichtsbehörde für Reaktorsicherheit (FANC) im Juli dieses Jahres ein Dossier zukommen lassen, nach dem die beiden Reaktoren wieder in Gebrauch genommen werden sollen. Die FANC hat das Dossier angenommen und einen unabhängigen US-amerikanischen Fachmann und Berater damit beauftragt, den Vorgang zu untersuchen.

Eine Bewertung des Fachmanns und der Aufsichtsbehörde stehen noch aus und deshalb geht Engie-Chairman Mestrallet geht davon aus, dass der Termin zum Hochfahren auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben werden muss. Eine Garantie dafür, dass die beiden beschädigten Meiler zum geplanten Zeitpunkt wieder ans Netz gehen werden, wollte er nicht mehr geben. Er gab aber an, dass sein Konzern pro Monat zwischen 35 und 40 Mio. € durch die Abschaltung der Meiler verliere.