"Ich rufe zum Respekt der Homorechte auf!"

Belgiens Premierminister Charles Michel (MR) hat vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York ein Plädoyer für fundamentale Rechte gehalten. In seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung forderte er in erster Linie für mehr Respekt vor den Rechten der Frauen und der Homosexuellen.

„Ich rufe zum Respekt vor den Rechten für Homosexuelle auf. In keinem Fall, nirgendwo auf der Welt, darf Homosexualität als ein Verbrechen angesehen werden. Wir werden mit ganzem Herzen Vorfechter für diese Sache bleiben“, sagte Premier Michel vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen. In über 60 Ländern weltweit gilt Homosexualität als Straftat.

Michel forderte vor der UN in New York aber nicht nur mehr Respekt für Homosexuelle. Er brach auch eine Lanze für die Rechte der Frau: „Der Zugang zu reproduktiver Gesundheit, die Garantie ihrer sexueller Rechte, der Zugang zu Familienplanung und Verhütung sind Themen, die ich nicht verschweigen will, weil sie vielleicht einige stören könnten. Ich wünsche, dass alle Hindernisse und Tabus rund um sexuelle und reproduktive Gesundheit aufgehoben werden.“

In seiner Rede widmete der liberale belgische Regierungschef der Gleichheit von Mann und Frau, der Ablehnung von Diskriminierung, der Rechtsstaatlichkeit und der freien Meinungsäußerung viel Raum. Diese Rechte seien für die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaften und für den allgemeinen Lebensstandard der Menschen im Allgemeinen unerlässlich. „Wo Pressefreiheit herrscht, herrscht kein Hunger“, so zitierte Michel den indischen Volkswirt Amartya Sen. „Ich lade jeden dazu ein, darüber einmal nachzudenken.“

Nachhaltige Entwicklung

Die Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt sind in New York zusammengekommen, um die 17 großen Ziele zur nachhaltigen Entwicklung, die bis 2030 umgesetzt werden sollen, näher zu definieren.

Premier Michel erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Belgien die Hälfte seines offiziellen Entwicklungshilfebudgets in Projekte in den ärmsten der armen Ländern stecke. Während es in Wachstumsländern wie China oder Indien seit Jahrzehnten gelinge, Millionen Menschen aus der Armut zu verhelfen, trete Afrika weitgehend auf der Stelle.

Charles Michel sagte auch, dass ein effektives Einnehmen von Steuern, die in Bildung, in die soziale Sicherheit und in den Pflege- und Gesundheitsbereich investiert werden sollen, nicht nur in Entwicklungsländern unerlässlich sei. Nicht zuletzt forderte der belgische Premierminister, dass sich die UN-Vollversammlung auf „ein ambitioniertes, bindendes und faires Abkommen einigt.“