Charta für die Rechte von Patienten umstritten

Die Königliche Akademie für Medizin hat jetzt zum ersten Mal eine Charta für die Rechte der stets mündiger werdenden Patienten in Belgien veröffentlicht. Doch die Patientenverbände halten das acht Seiten starke Papier für zu einseitig und sind der Ansicht, dass kein Bedarf für eine solche Charta besteht.

Die Königliche Akademie für Medizin hat einen acht Seiten starken Ratgeber für die Rechte der heutzutage immer mündiger werdenden Patienten in Belgien herausgebracht. Darin werden sieben Verantwortungen aufgelistet, die die Patienten übernehmen sollen.

Dabei geht es zum Beispiel um das Befolgen von ärztlichem Rat, um das Bezahlen von korrekten Honoraren an die behandelnden Ärzte oder um den Respekt vor der körperlichen und psychischen Integrität des Pflegepersonals.

Doch die in Belgien aktiven Patientenverbände lehnen diese Charta ab, so die flämische Tageszeitung De Morgen. In ihren Augen ist das Papier zu einseitig und es bestehe zudem kein Bedarf an einer solchen Charta. Lisa Weeghmans von der Flämischen Patientenplattform sagte dazu gegenüber De Morgen: „Absprachen einhalten und bezahlen, das ist doch normal. Das macht man doch auch beim Frisör, beim Bäcker und beim Metzger…“

Allerdings muss sich auch in den Augen der Patientenverbände einiges am Verhalten von Patienten ändern. Zum Beispiel auf Ebene der Notdienste, der Notaufnahmen und der Notrufdienste liegt einiges im Argen, worüber die Medien nicht selten berichten müssen.