Flandern auf die Flüchtlingskrise vorbereitet

In seiner zweiten Septembererklärung, so wird im belgischen Bundesland Flandern die Regierungserklärung vor dem Start eines jeden parlamentarischen Jahres genannt, ging Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA - Foto) am Montag explizit auf die Flüchtlingskrise ein. Der Landeschef gab an, dass Flandern in dieser Frage gut aufgestellt sei.

„Flandern ist gut vorbereitet. Wir dürfen aber in Sachen Integration keinen Fingerbreit von den Ideen der Aufklärung abweichen“, so Landeschef Bourgeois Eingangs seines Redeteils zum Thema Asylkrise. „Diese Flüchtlingskrise stellt uns vor eine budgetäre Herausforderung. Monatlich werden schätzungsweise 4.000 neue Anfragen eingereicht. Davon wird die große Mehrheit aller Wahrscheinlichkeit nach mindestens eine zeitlich begrenzte Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Ja, Flandern ist darauf vorbereitet, sie auf humane und qualitative Art und Weise aufzunehmen.“

Landeschef Bourgeois legte aber auch Nachdruck auf die Dringlichkeit, den Flüchtlingen so schnell wie möglich einen Arbeitsplatz zu bieten: „Dabei ist aber wichtig, ihnen die Kenntnis der niederländischen Sprache nahezulegen.“ Daneben müsse man aber auch daran denken, den Neuankömmlingen unser Rechtssystem aufzuzeigen: „Unsere Rechte sind der Zement unserer Gesellschaft. In unserer pluralistischen Gesellschaft bilden die Ideen der Aufklärung die Basis. Auf diesen Ideen müssen wir unser Zusammenleben weiter aufbauen und wir weichen davon keinen Fingerbreit ab.“, so Bourgeois an die Adresse der Neuankömmlinge in Flandern.

Flandern stehe für die Einbürgerung von anerkannten Flüchtlingen gerade, so der Ministerpräsident weiter. Unser Land werde dies auf humane Art und Weise begleiten, ohne dabei beliebig zu werden: „Nur wer die Kurse zur gesellschaftlichen Orientierung und zum Erlernen des Niederländischen als zweite Sprache besteht, dem wird ein Einbürgerungsattest ausgestellt. Hierdurch erlangt dieses Attest seinen eigentlichen Wert für den Eingebürgerten selbst, für die Arbeitgeber und für die Gesellschaft im weitesten Sinne.“