Potentielle Asylsucher via Facebook abschrecken?

Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Theo Francken (N-VA), will ab der kommenden Woche mit einer neuen Methode versuchen, potentielle Asylsucher, die in unser Land kommen wollen, abzuschrecken. Mit Werbebannern, die bei Facebook in Belgien auftauchen sollen, soll vor allem jungen Irakern davon abgeraten werden, hierher zu kommen.
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Belgien hat bei der Aufnahme der vielen Flüchtlinge, die in den vergangenen Tagen und Wochen ins Land kommen, ein nicht unerhebliches Problem. Kriegsflüchtlingen und ihren Familien aus Syrien werden hier ohne Probleme aufgenommen, doch ein Großteil der hier um Aufenthalt bittenden Asylsucher sind junge männliche und allein reisende Iraker, meist zwischen 25 und 45 Jahre alt.

Alleine im vergangenen Monat August waren 47 % der Antragstelle alleinstehende männliche Iraker aus der Gegend um Bagdad. Dieser Personenkreis hat so gut wie überhaupt keine Chance auf Aufenthaltsrecht in Belgien. Nicht wenige von ihnen werden auf freiwilliger Basis wieder in ihre Heimat zurückgeschickt.

Doch mittlerweile ist das Ausländeramt in Brüssel derart mit der Sache überfordert, dass nach Lösungen gesucht werden muss. Eine Lösung könnte sein, potentiellen Asylsuchern aus dem Irak über die sozialen Netzwerke davon abzuraten, hierher zu kommen. Die sich viele von ihnen über Facebook über Belgien informieren, will Asylstaatssekretär Francken dieses Mittel jetzt dazu nutzen, junge Iraker davon abzuraten, nach Belgien zu kommen, weil sie ohnehin hier abgewiesen werden.

Dazu wurden mittlerweile Werbebanner bei Facebook in Belgien bestellt. Diese Werbebanner sollen auf der Zeitleiste von jungen Irakern aus Bagdad und Umgebung erscheinen, wenn sich diese über unser Land informieren wollen. Laut Francken ist dies eine „Informationskampagne der belgischen Regierung, die davon redet, dass nach Belgien kommen nicht so einfach das Recht auf Papiere oder auf ein dauerhaftes Bleiberecht bedeutet.“