Belgische Minister reisen präventiv nach Afrika

Drei belgische Minister der flämischen Regionalisten (N-VA) sind an diesem Dienstag nach Nordafrika aufgebrochen. Innenminister Jan Jambon, Verteidigungsminister Steven Vandeput und der Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken (Foto), statten Algerien, Tunesien udn Marokko einen Besuch ab.

Die Themen, die sie in den drei Ländern anschneiden wollen, sind Sicherheit, Terrorismus und Migration.

Drei Länder in drei Tagen: Die Delegation hat viel vor. So plant der Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken,  Kooperationsverträge, um illegal in Belgien verbleibende Ausländer in ihr Land der Herkunft zurückzuschicken.

Kontakte zu Marokko gibt es bereits, aber Tunesien und Algerien müssen noch überzeugt werden. Da Francken nur Staatssekretär ist - im Ausland sind damit oft administrative Funktionen verbunden -, begleitet Innenminister Jambon die Delegation aus Protokollgründen.

Jambon selbst will aber im Bereich der Terrorbekämpfung auch enger mit Algerien und Tunesien zusammenarbeiten. Die Regierung denkt dabei an einen Austausch von Polizeidateien.

Daneben reist auch Verteidigungsminister Vandeput mit. Er will vor allem seine Kollegen vom Verteidigungsministerium kennenlernen, da die Maghrebländer für die Sicherheit Europas und damit auch für Belgien immer wichtiger werden.

Gedenken an Opfer des Anschlags auf Bardomuseum

In Tunesien wird die Delegation auch der Opfer des Anschlags auf das Bardomuseum gedenken. Bei dem Anschlag in der tunesischen Hauptstadt Tunis, am 18. März, starben 22 Touristen, darunter auch eine Belgierin. Für den Anschlag war die Terrorgruppe IS verantwortlich. Sie könne laut verschiedenen europäischen Nachrichtendiensten nicht von den Schüssen am Strand des tunesischen Badeortes Sousse gesehen werden, bei denen Ende Juni 38 Menschen getötet wurden.

Die drei belgischen Regierungsvertreter Jambon, Vandeput und Francken werden vor der Opfer-Gedenktafel am Bardomuseum einen Kranz niederlegen.

Jeder Delegationsvertreter setzt aber auf der Reise seine eigene Priorität und arbeitet teilweise auch ein eigenes Programm ab.

So wird Innenminister Jambon unter anderem in der marokkanischen Hauptstadt Rabat ein zweitägiges belgisch-marokkanisches Seminar über Radikalismus eröffnen, an dem auch die belgische Polizei und Vertreter der Polizeizonen von Brüssel, Vilvoorde, Verviers und Antwerpen teilnehmen.