Belgiens Verteidigung mit Augenmerk auf Nordafrika

Das belgische Verteidigungsministerium will einen Teil seiner Aktivitäten in den kommenden Jahren in Richtung Nordafrika und Sahelzone ausrichten. Nach Ansicht von Bundesverteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA), der gemeinsam mit zwei Partei- und Kabinettskollegen auf einer Rundreise durch die Region ist, geht ein Teil der Terrordrohung von dort aus.
Die belgische Regierungsdelegation kommt in Algerien an

In der südlichen Region des Maghreb in der Sahelzone seien einige starke und nicht zu unterschätzende islamistische Terrorgruppen aktiv, so Belgiens Verteidigungsminister Steven Vandeput am Rande seiner Nordafrika-Rundreise durch Algerien, Tunesien und Marokko. Deshalb wolle das Verteidigungsministerium einen Teil seiner Aktivitäten in diese Richtung ausrichten, so Vandeput:

„Die Sahelzone ist heute eine Region, die direkt mit dem verbunden ist, was die innere Sicherheit in Belgien darstellt. Ich glaube deshalb, dass es wichtig ist, dass wir uns in den kommenden Jahren mehr in Richtung Nordafrika ausrichten. Diese Region ist schließlich die Pufferzone zwischen Afrika und Europa. Deshalb sollten wir das Militär in den Ländern vor Ort besser ausbilden, begleiten, deren Truppen unterstützen und ihnen beibringen, wie man die Dinge am besten abgeht.“

Gemeinsam mit Verteidigungsminister Vandeput nehmen auch Innenminister Jan Jambon und Asyl-Staatssekretär Theo Franken (beide ebenfalls N-VA) an dieser Maghreb-Rundreise der belgischen Bundesregierung teil. Innenminister Jambon verabredete mit Algerien unterdessen, dass die belgische Polizei enger mit den algerischen Kollegen zusammenarbeiten soll. Bisher muss sich Belgien bei Interpol oder bei der französischen Polizei melden, um brauchbare Informationen aus Algerien zu bekommen. Schon in einigen Wochen sollen sich führende Polizeibeamte beider Länder zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.