Dieselgate: Über 390.000 Autos betroffen

In Belgien sind genau 393.648 von den zur Volkswagengruppe gehörenden Marken gebaute Dieselautos vom Abgasskandal betroffen. Dies meldete der belgische Importeur der Gruppe, das Unternehmen D’Ieteren, am Dienstagabend.

Davon sind laut D’Ieteren rund 197.000 VW, 121.000 Audis, 51.000 Skodas und noch einmal 23.000 Seats betroffen. D’Ieteren-Sprecher Jean-Marc Pontville sagte dazu am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass die Besitzer der vom VW-Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge schriftlich vom Stand der Dinge unterrichtet werden:

„Sie werden natürlich schriftlich benachrichtigt. Diejenigen, die rascher über die Informationen verfügen wollen, können Ende der Woche eine spezifische Webseite konsultieren und über die Chassis-Nummer ihres Wagens nachprüfen, ob ihr Auto betroffen ist oder nicht.“

In der Frage der von der dubiosen Software, die die Abgaswerte des Motortypen EA189 betrifft, ist noch nicht ganz deutlich, wie der belgische Volkswagenimporteur vorgehen wird, denn noch fehlen ihm die notwendigen Angaben von der Konzernleitung in Wolfsburg:

„Wir brauchen noch mehr und detailliertere Informationen von Seiten der Volkswagengruppe, um den betroffenen Kunden erklären zu können, was mit ihren Autos geschehen wird.“

Dieselskandal heizt andere Debatten neu an

Der Skandal um die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen fälschende Software in den Motoren von Autos der Volkswagengruppe sorgt für neue Diskussionen im Bereich der Planung wichtiger Infrastruktur- und Bauprojekte. Darunter fällt zum Beispiel das Oosterweel-Projekt zur Umführung des Straßenverkehrs in der Hafenmetropole Antwerpen oder das Mega-Kaufhausprojekt Uplace im Brüsseler Umland.

Kritiker dieser Projekte führen jetzt an, dass man verkehrs- und umwelttechnisch von falschen Voraussetzungen ausgegangen sei, weil hunderttausende Fahrzeuge mehr Schadstoffe ausstoßen, als berechnet oder erwartet. Flanderns Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) schenkt dieser neuen Situation ihre Aufmerksamkeit, doch ihr Kollege aus dem Verkehrsressort, Ben Weyts (N-VA) hält davon gar nichts.