Firmenwagen: Vizepremier De Croo bleibt vorsichtig

Vizepremierminister Alexander De Croo (Open VLD - Foto), Minister für Entwicklungshilfe, digitale Agenda, Fernmeldewesen und Post, ist der Ansicht, es sei noch zu früh, um gegen die steuerlichen Vorteile für Firmenwagen als Gehaltsmasse vorzugehen. Der flämische Liberale will erst bessere Nettolöhne sehen.

Das Thema Firmenwagen ist in Belgien eine heiß diskutierte Angelegenheit. Unser Land gilt als das Land schlechthin für Firmen- und Dienstwagen, denn viele Unternehmen locken neues Personal mit Firmenwagen als Gehaltsergänzung und die Mitarbeiter werden dafür noch steuerloch belohnt.

Sowohl diese Steuervorteile sind umstritten, als auch die Tatsache, dass die meisten dieser Firmenautos mit Diesel fahren. Erschwerend kommt jetzt noch der VW-Dieselskandal hinzu und die Diskussion zur Umweltverschmutzung durch Feinstaub und anderen CO2-feindlichen Schadstoffen durch eben Dieselwagen. Vizepremier De Croo hielt sich gegenüber der sonntäglichen VRT-Magazin- und Talksendung „De zevende dag“ in dieser Frage zurück. An dem System, Arbeitnehmern Firmenwagen als steuerlich günstigen Gehaltsausgleich zuzusprechen, wolle er erst rütteln, wenn die Arbeitnehmer gehaltsmäßig netto mehr übrighaben:

„Es ist natürlich logisch, dass man seinem Personal mehr Geld gibt, anstatt sie mit Autos zu bezahlen. Wenn wir weiter in diese Richtung gehen, wie es diese Regierung seit dem vergangenen Jahr tut, nämlich dafür zu sorgen, dass die arbeitenden Menschen netto mehr Geld übrigbehalten, dann scheint mir logisch, dass wir weniger Autos bieten. Aber, wir sollten das der Reihe nach tun: Zuerst den Leuten mehr Geld geben und dann erst das System verändern.“