Gute Zeiten für den Wein aus Flandern angebrochen

Dem Weinanbau im belgischen Bundesland Flandern geht es gut. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre konnte die Weinproduktion in unseren Breitengraden vervierfacht werden. Die Hälfte der in Flandern aktiven Winzer sind in der Provinz Limburg aktiv. Im limburgischen Borgloon läuft die Weinlese gerade auf vollen Touren.

Rund 70 Winzer sind in Flandern im Weinanbau aktiv und viele hundert Landleute folgen ihren Tun und Lassen aus Liebhaberei. Vor rund 10 Jahren wurde in Flandern auf einer Fläche von rund 60 Hektaren angebaut. Bis heute hat sich die Anbaufläche auf 250 Hektar vergrößert. Und so langsam lohnt sich diese Aktivität hierzulande für die Winzer.

Mit Weinanbau zu beginnen erfordert auch in Flandern einen langen Atem. Es dauert mindestens fünf Jahre, bis man die ersten Gläser Wein aus eigenem Anbau verköstigen und die ersten Flaschen abfüllen kann.

Doch wirklich günstig wird Wein bei uns in Flandern wohl nicht werden, denn dafür sind der Anbau und der Absatzmarkt wohl zu klein. Ein gutes Fläschchen Limburger Wein kostet derzeit zwischen 10 und 15 €.

Doch nicht nur in Limburg boomt der Weinanbau. Auch im Heuvelland in der Provinz Westflandern wird guter Wein produziert. Hier arbeitet die regionale Gastronomie mit den Winzern eng zusammen, sodass die Erzeugnisse automatisch in den Gasthäusern angeboten werden kann. Nicht wenige flämische Winzer haben von Anfang an übrigens auf biologischen Anbau gesetzt.

Die hiesigen Winzer profitieren dabei in gewisser Hinsicht vom Klimawandel, denn nach ihren Angaben gedeihen hier mittlerweile z.B. Trauben aus der französischen Bourgogne.

Die verschiedensten Trauben werden hier genutzt, um Weiß- und Rotwein, aber auch um Schaumwein zu machen: Pinot blanc, Pinot gris, Pinot noir oder Chardonnay werden gerne gebraucht, sind aber schimmel- und krankheitsanfällig. In letzter Zeit genießen die Traubenarten Regent, Solaris, Cabarnet Cortis oder Johanniter eher den Vorzug der flämischen Winzer.

Noch halten sich viele Landsleute in Belgien mit Neugierde gegenüber dem hiesigen Wein zurück. Die Winzer haben da ein ganz einfaches Gegenmittel: Ihren Wein! Sie rufen dazu auf, den Wein aus Flandern ganz einfach mal zu probieren. Mit dem Whisky aus Belgien war es genauso. Da haben viele auch gedacht, „das kann nichts sein“ und heute gehören die hiesigen Destillen zu den besten auf dem europäischen Festland.