Nordsee: Ein Frachter sinkt vor Zeebrügge

Vor der belgischen Nordseeküste in der Nähe des Hafens von Zeebrügge ist es am frühen Dienstagmorgen zu einer Schiffskollision gekommen. Ein Frachter stieß mit einem Gastanker zusammen und sank. Die 12 Besatzungsmitglieder des Frachters konnten gerettet werden, doch das havarierte Schiff verliert Öl.

Gegen 04h15 am Dienstagmorgen kollidierte ein 120.000 Tonnen-Gastanker etwa 8 km vor Zeebrügge mit den niederländischen Frachter Flinterstar (Foto oben). Der 130 m lange Frachter hatte Metallbauteile für Krankonstruktionen an Bord und war auf dem Weg ins spanische Bilbao.

Das Schiff sank, doch die 12 Mann starke Besatzung konnte in einer raschen und beispielhaften Rettungsaktion in Sicherheit gebracht werden. Der Kapitän des Schiffes und ein Matrose von den Philippinen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Kapitän musste aus dem Wasser gerettet werden und war stark unterkühlt, während der Matrose eine leichte Verletzung an der Nase davontrug.

Nach den Angaben des zuständigen Gouverneurs der Provinz Westflandern, Carl Decaluwé, rückten drei niederländische Rettungsboote aus und weitere Schiffe, die den Seenot-Funkspruch der Flinterstar hörten, eilten zum Ort des Geschehens. Zudem stiegen die Rettungshubschrauber der belgischen Küstenwacht auf. Gouverneur Decaluwé zeigte sich mit der Rettungsaktion zufrieden: „Das war eine starke Leistung. Bei solchen Temperaturen bleibt nicht viel Zeit, um Leben zu retten.“

Über die Unfallursache war am Dienstagmorgen noch nichts bekannt. Zeitweise wurde der Schiffsverkehr auf der Westerschelde von und nach Antwerpen gesperrt, doch diese Maßnahme konnte zwischen 7 und 8 Uhr am Morgen wieder aufgehoben werden. Die Kollision fand zudem außerhalb der dichtbefahrenen Nordseeroute statt und behinderte die Seefahrt dort nicht wesentlich.

Ölspuren in Richtung Nord-Osten

An Bord des gesunkenen Schiffes befand sich keine giftige Ladung, die hätte austreten können. Der Frachter hatte Metallbauteile geladen. Doch es läuft Öl aus dem havarierten Schiff aus.

Am Dienstagmorgen war eine etwa eine Seemeile lange Ölspur entdeckt worden, die sich in nord-nordöstliche Richtung bewegt. Eine zweite Ölspur, die sich in Richtung der niederländischen Küste bewegt, wure im Laufe des Vormittags beobachtet.

Provinzgouverneur Decaluwé und die Bewohner der Küstenbadeorte befürchten eine Ölpest und tun alles daran, dass dies nicht geschieht. Feuerwehren, der Zivilschutz, Anwohner und die Naturschutzbehörden beobachten den betroffenen Küstenstreifen derzeit.

Der 315 m lange Gastanker, mit dem die Flinterstar kollidierte, ist nur leicht beschädigt und erreichte aus eigener Kraft den Seehafen von Zeebrügge. Explosionsgefahr bestehe nicht, so die Hafenbehörden und ein kleines Leck konnte rasch gedichtet werden. Der belgische Gasnetzbetreiber Fluxys, der auch die Gasterminals von Zeebrügge verwaltet, arbeitet an der Sicherung der Al-Oraig, die unter der Flagge der Marshall-Inseln fährt, mit. Der Gastanker hat Methangas geladen.