Damm vor "Het Zwin" wird stundenweise abgetragen

Der in der vergangenen Woche vor dem Naturschutzgebiet „Het Zwin“ in Knokke aufgeschüttete Sanddamm gegen eine eventuelle Ölpest nach einer Schiffshavarie vor Zeebrügge, wird stundenweise aufgebrochen. Damit will man einer Austrocknung des Natur- und Vogelschutzgebiets zuvorkommen. Inzwischen wird das Öl aus dem havarierten Schiff abgepumpt.
Kurt Desplenter

Der Schutzdamm aus Sand, der „Het Zwin“ vor Ölflecken aus der vor der Küste havarierten „Flinterstar“ schützen soll, wird in den kommenden Tagen stundenweise aufgebrochen, um danach wieder zugeschüttet zu werden. So soll während der Flut jeweils für eine Wasserzufuhr gesorgt werden, denn ohne das Nordseewasser trocknet das Naturschutzgebiet aus.

Der Vorgang soll ab Montag an den kommenden drei oder vier Tagen erfolgen. Während der Flut soll dann kontrolliert Meerwasser in den Naturschutzpark fließen können. Zudem wird der Damm sukzessive niedriger.

Seit Sonntag sind zwei Unternehmen aus den Niederlanden damit beschäftigt, das Öl und den Dieselkraftstoff aus der havarierten „Flinterstar“ abzupumpen. Nach Angaben von Anne Martens vor der Provinz Westflandern verläuft dies problemlos:

„Gestern verlief alles sehr schnell. Man konnte schon 45 Kubikmeter Schweröl aus dem Schiff holen. Mittlerweile konnten auch zwei Luken geöffnet werden, durch die Taucher ins Innere des Schiffes vordringen können, um zu schauen, wie der Zustand der anderen Tanks ist und ob diese beschädigt sind, oder nicht.“

Kollision und "abandoned ship"

Vor der belgischen Nordseeküste in der Nähe des Hafens von Zeebrügge ist es am frühen Dienstagmorgen zu einer Schiffskollision gekommen. Ein niederländischer Frachter stieß mit einem Gastanker zusammen und sank. Die 12 Besatzungsmitglieder des Frachters konnten gerettet werden, doch das havarierte Schiff verlor tagelang Öl.

Die niederländische Reederei, der die „Flinterstar“ gehört, hat das vor der belgischen Nordseeküste auf einer Sandbank liegende Schiff konform internationalem Seerecht „aufgegeben“. Das bedeutet, dass die gesamte Bergung des Schiffes und des ausgelaufenen Öls zu Lasten Belgiens geht, denn die „Flinterstar“ liegt in belgischen Gewässern. Die belgische Regierung setzt inzwischen alles daran, um zumindest einen Teil der aufzubringenden Summe einfordern zu können.