Belgische Mietzellen in Tilburg nicht mehr nötig

Belgien beendet den Mietvertrag für Zellen in der niederländischen Haftanstalt von Tilburg. Bis Ende 2016 sollen alle dort einsitzenden belgischen Häftlinge nach Belgien zurückkehren. Belgien mietete Zellen in den Niederlanden, weil die Haftanstalten in unserem Land zeitweise hoffnungslos überfüllt waren. Doch seit dem vergangenen Jahr geht dieser Umstand zurück.

Belgien mietet seit 2010 Gefängniszellen in der niederländischen Haftanstalt von Tilburg. Seitdem werden dort rund 500 in Belgien zu Gefängnisstrafen verurteilte Straftäter in Tilburg von niederländischem Personal bewacht. Noch im vergangenen Jahr wurde diese Zellenmiete um ein Jahr verlängert, doch Ende 2016 soll dieser Vorgang beendet werden.

Unterdessen wurde das niederländische Personal, dass die belgischen Häftlinge in Tilburg bewacht und betreut, vom bevorstehenden Ende ihres Einsatzes unterrichtet. Das niederländische Innenministerium gab dazu an, sich für die Betroffenen bis dahin nach neuen Aufgaben umzusehen.

Die letzten belgischen Häftlinge sollen am 31. Dezember 2016 in unser Land zurückverlegt werden. Durch den Bau und die Inbetriebnahme von neuen Gefängnissen ist die Überbevölkerung in den hiesigen Haftanstalten im Laufe dieses Jahres deutlich zurückgegangen, sodass die Miete von Zellen in den benachbarten Niederlanden überflüssig geworden ist.

Belgien ist nicht das einzige europäische Land, dass Häftlinge in leeren niederländischen Haftanstalten unterbringt. Seit Anfang September mietet Norwegen Zellen in Veenhuizen (Drenthe).