Enges Band zwischen den Niederlanden und Flandern

Der niederländische Regierungschef Mark Rutte strebt eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen seinem Land und Flandern an. Rutte, der als erster ausländischer Regierungschef überhaupt vor dem flämischen Landesparlament sprach (Foto), führte dabei als Beispiel die Häfen von Antwerpen und Rotterdam an. Im Ausland würden diese beiden Seehäfen längst als eine Einheit angesehen, so Rutte.
Jasper Jacobs

Die Tatsache, dass der niederländische Premierminister vor dem flämischen Landesparlament sprach, wertete Jan Peumans (N-VA), der Vorsitzende dieses Hauses, als wichtiges Indiz für das Gewicht seines Bundeslandes: „Das ist ein wichtiges Statement, eine Anerkennung Flanderns als vollwertigen Gesprächspartner.“

Mark Rutte legte in seiner Rede vor den flämischen Abgeordneten nach der gemeinsamen Handelsmission in Atlanta/Georgia Wert auf die Feststellung, dass das Band zwischen seinem Land und Flandern etwas Besonderes ist: „Es ist einmalig, dass sich Länder und Regionen im Ausland gemeinsam vorstellen. Wir sind die besten Nachbarn, auf allen Ebenen, und zweifellos auch wirtschaftlich beste Nachbarn. Nach Deutschland ist Belgien unser zweitwichtigster Handelspartner.“

„Es ist etwas Besonderes zu sehen, dass die Häfen von Antwerpen und Rotterdam von altbackenen Konkurrenten zu ‚Konkollegen‘ geworden sind. Mit diesem Begriff will ich nicht sagen, dass Fusionspläne vorliegen, doch es wächst die Erkenntnis, dass die Kraft des einen dazu beitragen kann, die des anderen zu stärken. Wir sind auf vielen Ebenen komplementär und ich bin der Ansicht, dass wir diese gemeinsame Marke weiter ausbauen sollten.“

Jasper Jacobs

"Kleiner Maßstab"

Rutte warnte vor dem eher kleinen Maßstab unserer Regionen auf Weltebene: „China sieht keine einzelnen Häfen sondern einen Flecken auf der Landkarte, die vor Fähigkeit und Wissen nur so strotzt. Wir sehen eine Grenze, die uns durchquert. China nicht. Ich glaube, dass wir die Dinge weiter stärken können, wenn wir unsere Infrastruktur und unsere Netzwerke noch besser aufeinander abstimmen.“