Gesundheitswesen muss 408 Mio. € einsparen

Belgiens Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) muss im kommenden Jahr in ihren Ressort 408 Mio. € einsparen. In einer Pressemitteilung gab die Ministerin an, dass die Patienten davon nichts bemerken werden. Ganz im Gegenteil: Deren Gesundheitsrechnung werde sogar um 18 Mio. € gesenkt. Es bleibe auch Raum für neue Investitionen, so die Ministerin.

Auch das belgische Gesundheitswesen steht unter enormem Sparzwang. Alleine 2016 müssen Einsparungen in Höhe von 408 Mio. € vorgenommen werden.

Gesundheitsministerin De Block (kl. Foto) sieht keinen anderen Weg: „Wir müssen die Spreu vom Weizen trennen.“ Aber, die Ministerin glaubt, dass dies die Patienten nicht bemerken werden. 60 Mio. € will die belgische Bundesregierung über Medikamente einsparen, deren Patente verfallen. Dazu schloss die Gesundheitsministerin einen so genannten „Zukunftsplan“ mit der Pharmaindustrie, die diese Produkte jetzt zu Preisen abgeben, die denen von Generika gleichen werden.

Eingespart wird auch in Bereichen, in denen Mittel nicht vollständig genutzt werden und einige Ausgaben, wie die Rückerstattungen von im Ausland in Anspruch genommenen Leistungen, wo oft günstiger behandelt wird, werden wohl ebenfalls zurückgeschraubt. 82,4 Mio. € sollen nächstes Jahr auch durch die Nicht-Indexierung von Honoraren, die entsprechend rückerstattet werden, eingespart werden können.

Neue Investierungen

Den Einsparungen stehen aber auch Investitionen in Höhe von 164,3 Mio. € gegenüber. Eine der auffallendsten Initiativen ist eine Förderung in Höhe von 4 Mio. € für das so genannte „Oncofreezing“. Damit werden Sperma-, Ei-, oder Eierstockzellen von Krebspatienten eingefroren, um diesen die Möglichkeit zu bieten, nach ihrer Krebsbehandlung Kinder zu bekommen. Chemo-Therapien haben bekanntlich großen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Patienten.

Daneben fließen 40 Mio. € in die Modernisierung der IT-Abteilungen der Krankenhäuser und Kliniken, damit diese ihre Softwareprogramme besser aufeinander abstimmen können. Damit soll der Austausch von Krankenakten schneller verlaufen. Bis 2019 muss jede Krankenakte eines jeden Patienten für jedes Krankenhaus im Land verfügbar sein.