Renten: Sozialpartner finden Kompromiss

Die so genannte “10er Gruppe” (Foto) aus Gewerkschaften und Arbeitgebern, in der von Regierungsvertretern vermittelt wird, hat sich nach langem Zaudern auf einen Rentenkompromiss einigen können. Im Brennpunkt der Gespräche stand das Thema Betriebs- und Zusatzrenten. Es gab also bittere Pillen zu schlucken.

Viele Unternehmen in Belgien, auch solche der öffentlichen Hand, bieten ihren Mitarbeitern eine Zusatzrente, die ihnen am Ende ihrer beruflichen Laufbahn ausgezahlt wird. Finanziert wird diese Betriebsrente teilweise von den Arbeitgebern und teilweise vom Personal selbst. Die Renditen betragen, je nach Form der Zusatzrente, 3,25 % oder 3,75 %.

Diese Rendite, und das war der Knackpunkt bei den Sozialverhandlungen der „10er Gruppe“, war bisher garantiert, auch denn sie gegenüber privat finanzierten Zusatzrenten recht üppig ausfällt. Allerdings standen die Arbeitgeber für den Ausgleich zur dieser Garantie gerade, wenn die Rendite mal nicht hinkam… Das aber wollten die Arbeitgeber nicht länger hinnehmen, denn in Zeiten von Sparzwängen und (wenn auch abflauender) Wirtschaftskrise kostet sie das viel Geld.

Am späten Mittwochabend gaben die Gewerkschaften klein bei und stimmten zu, als es darum ging, die Garantie für Rendite nicht mehr einseitig durch die Arbeitgeber zu finanzieren. Über die konkreten Inhalte des Kompromisses schweigen sich die Beteiligten noch aus.

Die Mindestrendite bei betrieblichen Zusatzrenten soll in Zukunft bei 1,75 % liegen, doch dies kann sich durchaus erhöhen, was jedoch von langfristigen Zinsen abhängt, wie im Laufe des Tages aus der „10er Gruppe“ verlautete.

Zuerst muss die jeweilige Basis dem noch zustimmen. Ob aber die Gewerkschaften an der Basis akzeptieren, dass die Zusatzrente am Ende einer beruflichen Laufbahn kleiner ausfallen wird, als ursprünglich vorgesehen, bleibt abzuwarten.