Flandern besteuert "schmutzige" Autos höher

Die flämische Landesregierung hat sich auf eine Reform der Verkehrsbesteuerung geeinigt. Das bedeutet, dass das “Grünen“ der Steuern im Bereich Straßenverkehr wie geplant umgesetzt wird und schon nächstes Jahr rund 30 Mio. € in den Landeshaushalt fließen lassen soll.
BELGA/WAEM

Die „grüne“ Steuer auf die Inbetriebnahme von Autos und die jährlich anfallende Verkehrssteuer, die die flämische Ministerin für Finanzen, Haushalt und Energie, Annemie Turtelboom (Open VLD) und ihre Kollegin aus dem Umweltressort, Joke Schauvliege (CD&V) am Freitag vorgestellt haben, besteht aus zwei Bereichen.

Zum einen wird die Steuer auf Diesel- und Benzinfahrzeuge mit hohem Abgasausstoß im belgischen Bundesland Flandern nach oben korrigiert. Die bestehende Norm von Steuer-PS bleibt zwar bestehen, doch dieser Steuernorm wird ein Bonus/Malus-System angehängt, das sich nach der Höhe oder der Geringfügigkeit des Schadstoffausstoßes richtet. Die Reform trägt Rechnung mit dem Ausstoß von NO²-Gas, von CO² und von Feinstaub.

Auf der anderen Seite aber wird die Belastung von effektiv schadstoffarmen Fahrzeugen, wie solche, die mit LPG-Gas betrieben werden oder auch Elektroautos, deutlich gesenkt. Die neue Regelung tritt bereits am 1. Januar 2016 in Kraft und gilt nur für Fahrzeuge, die ab dann angemeldet werden (Neu- und Gebrauchtwagen). Für Autos, die bereits in Flandern angemeldet und in Betrieb genommen wurden, gilt diese Steuernovelle nicht.

Diese Steuerreform soll schon im Laufe des kommenden Jahres bis zu 30 Mio. € in die Landeskasse spülen. Belgien im Allgemeinen und Flandern im Besondern schneiden im Bereich Schadstoff- und Feinstaubausstoß im europäischen Vergleich sehr schlecht ab. Zudem kommt noch hinzu, dass unser Land als „Dieselparadies“ gilt. Von den 3,3 Millionen alleine in Flandern angemeldeten Fahrzeugen werden rund 62 % von Dieselmotoren angetrieben. Nicht wenige dieser Fahrzeuge sind Firmen- und Dienstwagen, die hier gerne steuerlich günstig als Gehaltsergänzung angeboten werden.