De Wever: Für Antwerpen wäre Flüchtlings-Verteilerquote nachteilig

Eine Verteilerquote für Flüchtlinge in Belgien sei ansich eine gute Sache, aber so etwas habe in diesem Land noch nie hingehauen, auch nicht unter der Regierung von Di Rupo, sagt der Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever von den flämischen Regionalisten (N-VA) zum Vorschlag einer verpflichtenden Verteilerquote für Asylbewerber.

Die Kriterien für so eine Quote würden sich nachteilig auf Flandern auswirken, betonte De Wever am Montagmorgen in der VRT. Eines der Kriterien, das in Betracht gezogen würde, wäre das Einkommen der Gemeinden. Damit kämen 90 Prozent nach Flandern. "Ich bin nicht dafür", so De Wever.

Einmal in irgendeiner Stadt registriert und anerkannt, zögen die meisten Flüchtlinge dann doch weiter in die großen Städte und damit vor allem nach Antwerpen, führte De Wever am Morgen in der VRT weiter aus. Man müsse auch beachten, was eine Stadt in Sachen Asylkrise bereits unternommen habe.

"Ich habe nie gesagt, dass Antwerpen voll ist. Eine Stadt ist nie voll, aber in der Vergangenheit haben wir schon mehr als unseren Teil beigetragen."

"Ich habe heute noch immer tausende anerkannte Flüchtlinge aus der letzten Krise, 1.700 von ihnen beziehen immer noch Sozialhilfe. Das ist vier Mal mehr als in Gent. Menschen, die jetzt sagen, dass sich Antwerpen vor der Verantwortung drücken will, wissen, nicht wovon sie sprechen."

Beschwerden von mehreren Bürgermeistern an der Küste

Mehrere Bürgermeister von Küstengemeinden haben sich in letzter Zeit verbittert beschwert: Ihnen zufolge säßen zu viele Asylbewerber in Kasernen in ihrer Region konzentriert. 

Noch vor einigen Wochen hat die Oppositionspartei SP.A (flämische Sozialisten) vorgeschlagen, anerkannte Flüchtlinge nach der Größe der Gemeinden zu verteilen.