Erneuter Streik behindert Zugverkehr in Wallonien

Die Aktionen der sozialistischen Bahngewerkschaft an diesem Montagmorgen, die sich gegen die Reformpläne von Verkehrsministerin Jacqueline Galant richten, haben vor allem Auswirkungen für Wallonien. Dort liegt der Bahnverkehr auf einigen Strecken völlig lahm.

Für die Hauptverkehrszeit am Abend erwartet die belgische Bahn NMBS keine große Veränderung der Situation.

In Ost- und Westflandern spüren die Fahrgäste bis auf einige Ausnahmen kaum Behinderungen infolge der Aktionen. Dort teilt die Bahngewerkschaft ACOD vor allem Faltblätter aus und es finden Informationsveranstaltungen statt.

In Wallonien sieht die Situation hingegen ganz anders aus. Verschiedenerorts, in den Provinzen Lüttich, Namur und Luxemburg, warfen Demonstranten am Morgen brennende Fackeln auf die Gleise, um den Zugverkehr zu behindern.

Dies sei inakzeptabel, findet der Bahnnetzverwalter Infrabel und "von Sabotage von einer Handvoll streikender Personen" spricht der Fahgastverband TreinTramBus.

Die NMBS geht offenbar nicht davon aus, dass sich die Situation bis zur Hauptverkehrszeit am Abend verändert.

Rund 75% der geplanten Züge fährt an diesem Montag. Bei den gestrichenen Zügen handelt es sich vor allem um diejenigen von und nach Namür und in Richtung andere wallonische Städte. 

In Flandern ist der Streik bis auf einige wenige gestrichene Züge kaum zu spüren.

Die Aktionen bei der Bahn in Ost- und Westflandern und in großen Teilen Walloniens dauern noch bis 22 Uhr an. Danach sind Aktionen in Flämisch-Brabant, Limburg, Antwerpen, im Hennegau und in Teilen von Wallonisch-Brabant geplant. Diese werden bis zum letzten Zug am morgigen Dienstagabend andauern.

Der Streik der Gewerkschaft richtet sich gegen die Sparmaßnahmen bei der Bahngesellschaft NMBS. Dort sollen nach Gewerkschaftsangaben in den kommenden Jahren bis zu 7.000 Stellen wegfallen.