Auftakt im Antwerpener Diamantenprozess

Im so genannten "Diamantenprozess" in Antwerpen müssen sich am heutigen Dienstag insgesamt 103 Personen wegen Betruges vor Gericht verantworten. Ihr Fall steht in Zusammenhang mit den Betrugsdelikten beim internationalen Diamantenlieferanten Monstrey Worldwide Services. Sie sollen für mindestens eine halbe Milliarde Euro Steuern hinterzogen haben.

Monstrey soll vier Betrugsnetze aufgebaut haben, über die die Diamantenhändler ihre kostbaren Steine verkaufen und am Fiskus vorbeischleusen konnten. Auf diese Weise sollen sie zwischen 2000 und 2005 für mindestens eine halbe Milliarde Euro Steuern hinterzogen haben.

Außer den Organisatoren des vermeintlichen Betrugs stehen auch die Nutzer des Systems vor Gericht. 103 Angeklagte müssen sich wegen Urkundenfälschung, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verantworten. Unter den Angeklagten befinden sich Größen aus der Diamantenwelt, wie zum Beispiel Baron Dilip Mehta, Chef des Diamantenhauses Rosy Blue.

An diesem Dienstagmorgen hatten einige Anwälte eine Aussetzung des Prozesses beantragt, weil der Zoll im letzten Moment neue Elemente ins Spiel gebracht hatte. Ein Dutzend der Angeklagten darf sich mit der Verteidigung bis zum März Zeit lassen, so dass sie zunächst das neue Beweismaterial des Zolls untersuchen können. Das Verfahren wird also erst im nächsten Frühjahr abgeschlossen werden können.