Mit Verkehrsdatenbanken erfolgreich gegen Verkehrssünder

Verkehrssünder werden seit einem Jahr in einer Datenbank der Polizei registriert. Die Datenbank enthält alle Angaben des Verstoßes, das heißt, nicht nur Angaben zum Fahrzeughalter, sondern zum Beispiel auch zum Nummernschild und Fahrzeugtyp. Die nationale Verkehrsdatenbank scheint ein Erfolg zu sein.
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Polizisten können inzwischen viel besser das Profil von Verkehrssündern einschätzen und dadurch präventiv vorgehen. Das sagt Peter De Waele von der föderalen Polizei.

"Letztlich ist das Ziel immer, die Zahl der mehr als 700 Toten, die wir jedes Jahr beklagen müssen, zu senken. Gleichzeitig können wir auch selektiv unsere Kapazität einsetzen. Jemand, der im letzten Jahr schon 3 oder 4 Mal geblitzt oder mit einem positiven Atemtest erwischt wurde, bei dem lohnt es sich doch, ihn zum Beispiel abends zu kontrollieren, ob er nicht unter Drogeneinfluss steht."

Um die Zahl der Verkehrstoten zu senken, hat die belgische Verkehrsministerin Jacqueline Galant (kleines Foto) heute einen auffallenden Aufruf in einem öffentlichen Brief, der in mehreren Zeitungen abgedruckt ist, gestartet. Sie bittet die Bürger um Vorschläge und ruft sie auf, ihren gesunden Menschenverstand zu benutzen, wenn sie auf der Straße unterwegs sind, denn 90 Prozent der Unfälle sei menschlichem Versagen zuzuschreiben. 

Trotz zahlreicher Maßnahmen der Regierung wie Polizeikontrollen und Kampagnen zählt Belgien noch immer zwei Unfalltote pro Tag im Verkehr.

Umfangreichere Fahrprüfung

In Flandern will Verkehrsminister Ben Weyts wiederum, dass bei der praktischen Fahrprüfung mehr Manöver sowie Fahren nach dem Navigationsgerät geprüft werden. In diesem Herbst wird Weyts eine überarbeitete Fahrprüfung vorlegen. Darin soll vor allem Wert darauf gelegt werden, den Fahrern sicheres Fahren beizubringen.

Sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung werden damit umfangreicher als dies bislang der Fall war.

"Wir haben in Flandern 400 Verkehrstote pro Jahr. Wir wollen mit strukturellen Maßnahmen vorgehen, einer überarbeiteten Fahrprüfung, das heißt, dass wir im Bereich der Praxis dafür sorgen, dass zusätzliche Manöver ausgeführt werden müssen, aber es wird auch Können wie Risikowahrnehmung geprüft; dass man gut einschätzen kann, was die Risiken sind und wie andere im Verkehr reagieren können."

"Andererseits wird man sich weniger auf die klassische Automechanik konzentrieren, denn das ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß", sagte Weyts in der VRT am Dienstagmorgen.