5 Jahre Haft für Kopf einer Schleuserbande

Ein Iraker und drei Palästinenser sind vom Strafgericht in Brügge zu Haftstrafen wegen Schleuserei verurteilt worden. Der Kopf der Bande bekam fünf Jahre Gefängnis, davon ein Jahr auf Bewährung. Der Richter legten auch Geldstrafen von bis zu 15.000 Euro auf.

Der Menschenschmuggel flog im November 2014 auf, als die Polizei von Brügge mehrere Flüchtlinge in Zeebrügge fand.

Die Spur führte nach Brüssel zu einem gewissen Mansour mit palästinensischem Pass. Für die Einschleusung der Flüchtlinge in einen Lastwagen auf einem Autobahnparkplatz Richtung Küste war ein Iraker zuständig. 

Jeder Flüchtling zahlte bis zu 3.500 Euro an den Boss der Schleuserbande. Der Iraker erhielt jeweils 1.000 Euro. Für die Unterbringung der Flüchtlinge waren zwei weitere Personen zuständig, die ebenfalls vor Gericht standen.

Verteidigung weist auf Armut im Libanon

Der Staatsanwalt hatte 7 Jahre gegen den Iraker sowie eine Geldstrafe von 600.000 Euro und die Beschlagnahmung von 101.000 Euro gefordert.

Die Anwälte der Angeklagten plädierten für mildernde Umstände aufgrund der Armut in dem libanesischen Flüchtlingslager, aus dem der Hauptschuldige stammte, und der Bedrohung durch die Hisbollah. Die Anschuldigungen wurden von den Angeklagten auch teilweise oder ganz zurückgewiesen.

Das Gericht berücksichtigte die Argumente der Verteidigung und verurteilte Ali D. und Mansour M. zu je vier und fünf Jahren Haft, davon jeweils ein Jahr auf Bewährung. Die beiden Helfer bekamen leichte Strafen auf Bewährung.

Das Gericht beschlagnahmte auch 41.000 Euro und senkte die geforderten Geldstrafen auf 15.000 Euro.