Viele belgische Studenten kämpfen mit emotionalen Problemen

Viele Studenten in Belgien haben schwere emotionale Probleme. Ein Student von sieben ist davon betroffen. Das geht aus einer Studie der KU Löwen unter 8.000 Studenten hervor. Laut Professor Ronny Bruffaert handelt es sich um verschiedene emotionale Probleme.

"Es handelt sich um klassische Gehörstörungen, um Angstzustände und Depressionen, um Alkoholmissbrauch, aber es handelt sich eben auch um Suizid. Und wir sehen eigentlich, dass Suizid und Selbstmordgedanken, Suizidpläne und Selbstmordversuche doch recht häufig unter den Studenten vorkommen", erklärte Professor Bruffaert im VRT-Radio am Donnerstagmorgen.

Die Universität startet jetzt eine breit angelegte Präventionskampagne unter dem Namen Mind Mates. Sie soll allen Studenten und dem Personal lehren, mentale Probleme zu erkennen. Die Studentin Fatmata, die aktiv am Projekt mitwirkt, sagte hierzu im VRT-Radio am Morgen: "Das hat mich sofort angesprochen, weil ich das selbst als Studentin als eine vertraute Reaktion kenne. Manche Momente können sehr schwierig sein. Ich verstehe, dass nicht alle so gut damit umgehen können, deshalb dachte ich, ja, vielleicht kann ich meine Erfahrung mit meinen Kommilitonen teilen oder ihnen helfen."

Fatmata hilft deshalb einer Mitstudentin, die emotional Schwierigkeiten hat. Zusammen ins Kino gehen oder gemeinsam einen Kaffee trinken, könne schon helfen, betont Marleen Gheldof vom Gesundheitszentrum für Studenten: "Weil wir wissen, dass bei Studenten, die kaum ein Netzwerk haben und die ziemlich isoliert oder einsam sind, die Gefahr größer ist, dass sie Probleme bekommen."

Das beweist auch die Studie der KU Löwen. Daraus geht nämlich hervor, dass 10 Prozent der Studenten mit einer Depression kämpft und fünf Prozent hat im letzten Jahr schon einmal an Selbstmord gedacht. Die Universität veranstaltet aus diesem Grund Workshops für Studenten und ihre Begleiter, so dass beunruhigende Signale früher erkannt und mentale Probleme enttabuisiert werden. Gemeinsam käme man auf andere Gedanken, heißt es.

Wer Fragen zu Selbstmord hat, kann auch die extra hierfür eingerichtete Not-Telefonnummer in Belgien 1813 anrufen!