Wie unbedenklich sind E-Zigaretten?

Der Hohe Gesundheitsrat beim Gesundheitsministerium, der sich auf Bitten der Gesundheitsministerin, Maggie De Block, mit der elektrischen Zigarette, auch E-Zigarette genannt und ihrer möglichen Schädigung für die Gesundheit sowie ihrer Rolle im Kampf gegen das Rauchen befasst, hat an diesem Donnerstag einen differenzierten Bericht vorgelegt. Dieser unterstreicht zahlreiche Ungewissheiten, die es auf diesem Gebiet immer noch gibt.

Der Hohe Rat begrüßt die neuen Qualitätsanforderungen für E-Zigaretten mit Nikotin, die auf europäischem Niveau festgelegt wurden. Die neuen Anforderungen müssen bis Mai 2016 in nationales Recht umgesetzt werden.

Diese Richtlinie 2014/40/UE betrifft insbesondere die Kennzeichnungsbestimmungen der Hersteller und Imorteure (hinsichtlich der Inhaltsstoffe) sowie u.a. der Vorschrift, dass die Nikotindosen in konstanter Weise freigesetzt werden müssen.

Trotz diesen Forschritts hat der Rat am Donnerstag davor gewarnt, dass die gesundheitlichen Folgen des Inhalierens der häufig mit Nikotin und anderen Substanzen angereicherten Flüssigkeit noch wenig erforscht seien. So seien die toxischen Inhalte der Aromen, Farbstoffe und Geschmacksverstärker in den E-Zigaretten (sowohl mit als auch ohne Nikotin) nicht ausreichend getestet worden, denn das Inhalieren der erhitzten Substanzen kann völlig andere Auswirkungen als die Aufnahme dieser Stoffe in Lebensmitteln haben.

Die Konsequenzen eines langfristigen Inhalierens des Dampfes über mehrere Monate oder Jahre für die Gesundheit seien vor dem Hintergrund der relativ jungen Einführung dieser Praxis nicht abzuschätzen, heißt es.

Es sei Zurückhaltung und Vorsicht geboten, betont der Hohe Gesundheitsrat, obwohl unter bestimmten Umständen der Dampf weniger schädlich als das klassische Rauchen sei.

Beim Dampfen wird der Tabak nicht verbrannt, was die Zahl der freigelegten toxischen Produkte einschränkt. In dieser Hinsicht kann der Gebrauch von E-Zigaretten mit Nikotin also offenbar eine positive Rolle im Prozess, mit dem Rauchen aufzuhören, spielen, meint der Hohe Rat.

Man könne den Handel mit E-Zigaretten allerdings nur im Rahmen der Politik des Kampfes gegen Nikotin sehen, so der Hohe Rat noch. Er drückt sich in seinem Bericht sehr vorsichtig über die Effizienz des Dampfes bei der Reduzierung oder der Einstellung des Tabakkonsums aus, obwohl die Erfahrungsberichte in Wissenschaftsveröffentlichungen bislang ermutigend seien, heißt es noch.

E-Zigaretten

Die elektrische Zigarette (E-Zigarette) ist ein Gerät, das durch eine elektrisch beheizte Wendel eine Flüssigkeit zum Verdampfen bringt. Der Raucher inhaliert oder pafft das freigegebene Aerosol.