Run auf Spirituosen in Belgien

Die Supermärkte haben in den vergangenen Tagen eine auffallend hohe Zahl an Spirituosen, Wein und Champagner verkauft. Die Kunden scheinen wegen der bevorstehenden Akzisenerhöhung Hamsterkäufe zu tätigen.

Ab dem 1. November sollen die Akzisen auf Alkohol erhöht werden. Das hat die Regierung beschlossen, um das Haushaltsloch zu stopfen. Eine Flasche hochprozentiger Alkohol wird dann sogar um 2,60 Euro teurer.

Die bevorstehende Erhöhung der Akzisen hat in den vergangenen Tagen nach Auskunft mehrerer Supermärkte und Getränkeverkaufsstellen zu einem Ansturm auf Spirituosen geführt. "Derzeit verkaufen wir bis zu 30 Prozent mehr Spirituosen", wird Roel Dekelver von Delhaize in der Zeitungen von Mediahuis zitiert.
Bei Carrefour wird eine vergleichbare Zunahme verzeichnet.

Es handele sich vor allem um Käufe, die die Kunden normalerweise vor den Weihnachtsfesttagen oder zum Jahreswechsel machen würden. "Die Flaschen Whisky, Cognac oder Champagner sind als Geschenk zum Weihnachtsessen oder für das Neujahrsessen gedacht", so der Carrefour-Pressesprecher Baptiste van Outryve in den Zeitungen Het Laatste Nieuws und De Morgen.

Daneben sprechen auch Lidl und der Verband der belgischen Getränkehändler (FEBED) über "einen auffallenden Mehrverkauf" von alkoholischen Getränken.

Dass verschiedene Geschäfte das Ganze auch noch fördern und jetzt noch einmal kräftig die Werbetrommel rühren, wird von der Vereinigung für Alkohol- und andere Drogenprobleme (VAD) scharf kritisiert. "Das ist ethisch absolut ungeheuerlich", heißt es in den Zeitungen von Mediahuis.