In de Wulf ... noch ein Jahr Aufschub

Noch ein Jahr, dann ist Schluss. Die Speerspitze der belgischen Avantgarde-Küche, Kobe Desramaults, will seinen Restaurantbetrieb im westflämischen Dranouter einstellen. "Ich habe viele Pläne und Ideen", verriet der 35-Jährige bei 'Studio Brussel'.

"Ich war 23 Jahre, als ich In de Wulf eröffnet habe. Heute bin ich 35 und habe nie Zeit gehabt, um zurückzublicken. Jetzt ist der Moment der Besinnung gekommen", verriet der erfolgreiche Koch.

 

Desramaults' Restaurant in Dranouter, nur wenige Kilometer von der französischen Grenze entfernt, wurde für seine ländliche und geschmacksintensive Saisonküche international bekannt.

Von Gault Millau ernannte den Flamen, der das Restaurant von seinen Eltern erbte, 2013 zum Koch des Jahres und angesehene Restaurantführer bescheinigten seinem Restaurant Weltformat.

"Die letzten 12 Jahre habe ich für mein Restaurant aufgeopfert. In diesem Rhythmus weitermachen? Das geht nur, wenn man vollkommen verrückt ist. Und das ist nicht mein Fall", äußerte sich Desramaults zu den Gründen.

Abrupt soll der Abgang seines Restaurants (Foto unten) aber nicht stattfinden. Noch bis Ende 2016 will Desramaults seine Gäste mit seinem kosmopolitischen Team bewirten und saisonale Produkte mit kulinarischer Intuition verbinden.

Was dann kommt, steht noch in den Sternen. Aber ganz ohne Desmaraults müssen Gourmets in Zukunft nicht auskommen. In Gent betreibt er zwei weitere Restaurants, u. a. De Superette und De Vitrine, dessen Einrichtung er fast originaltreu von der ehemaligen Schlachterei (Marmortheke, Kachelboden, Wurst und Schinken am Haken ...) übernommen hat.

Nicht länger zu den 100 besten Restaurants

Vor einigen Monaten erschien Restaurant In de Wulf nicht länger auf der Liste der 100 besten Restaurants dieser Welt. Dabei stand es 2014 noch auf Platz 61. Eine Erklärung für diesen Rückfall hatte der Chefkoch nicht: "Wir haben nichts verändert. Im Gegentei sogar. Das ganze Team hatte selbst den Eindruck, das es gerade gewachsen sei, was ebenfalls erforderlich ist."

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