EU und Brüssel: Betrug mit den Fischsorten

Ein Großteil der Fischsorten, die in der Brüsseler Gastronomie oder in den Kantinen der EU-Einrichtungen serviert werden, ist nicht der Fisch, für den er ausgegeben wird. Eine Studie der Löwener Universität (KUL) im Auftrag der Umweltorganisation Oceana belegt, dass teure Fischsorten sehr oft durch billigere Arten ersetzt werden.

Das Resultat der KUL-Studie für Oceana zu dem Fischsorten in der Brüsseler Gastronomie ist nicht wirklich überraschend und ist mit Sicherheit auch auf andere Städte oder Länder übertragbar. Nicht selten wird zum Beispiel der billige Zuchtfisch Pangasius für Kabeljau ausgegeben und Seezunge ist auch sehr oft nicht wirklich Seezunge, sondern eine billige Plattfischsorte. Den größten Umfang, wen wundert‘s, hat aber der Betrug mit Tunfisch. In 95 % der Fälle wird Blauflossen-Tunfisch angeboten aber serviert werden billigere Tunfischsorten.

Auf Brüsseler Ebene, inklusive EU-Einrichtungen, ist laut KUL-Oceana-Studie jeder dritte Fisch auf dem Teller nicht der Fisch, den man bestellt und bezahlt hat. In durchschnittlichen Brüsseler Restaurants beläuft sich dieser Betrug auf 29 % der angebotenen Fischgerichte, in den EU-Kantinen auf 38 % und in den Sushi-Bars auf mehr als die Hälfte der Fälle (55 %). Die Wissenschaftler entnahmen 300 Fischgerichten Proben und führten entsprechende DNA-Untersuchungen durch.

Nach den Erhebungen von Oceana ist der Betrug mit Fischsorten ein Problem, von dem ganz Europa betroffen ist. Das sich diese Entwicklung auch in Brüssel zeigt, ist demnach das Normalste der Welt. Peinlich ist aber die Feststellung, dass sich dies bis hin auf die Teller der EU-Funktionäre bewegt, die sich eigentlich mit den Themen Lebensmittelsicherheit und Fischereipolitik beschäftigen müssen, bzw. die entsprechende EU-Regelungen ausarbeiten müssen.

Betrug mit falschen Fischsorten ist laut Oceana und der KUL nicht nur Betrug am Verbraucher, sondern sorgt auch dafür, dass illegal gefangener Fisch mit Leichtigkeit legalisiert wird. Die Umweltschützer von Oceana fordern von der Europäischen Union, dass diese endlich die Zurückverfolgung von Fischfang und Fischprodukten verbessert.