Glücksspiel: Zehntausende falsche Accounts im Netz

Die belgische Glücksspielkommission gibt an, dass in unserem Land etwa 400.000 Spieler ihr Glück beim Online-Zocken versuchen. Doch die Zahl der registrierten Accounts liegt weit darüber. Neben den bisher bekannten 70.000 gefakten Accounts soll eine Dunkelziffer von 200.000 bis 300.000 weiteren falschen vorliegen.

Die belgische Glücksspielkommission hat seit September bereits 70.000 falsche Accounts auf Glücksspielseiten im Internet entdeckt. In Belgien spielen regelmäßig rund 400.000 Menschen auf Online-Glückspielseiten, die mit offiziellen Accounts registriert sind. Es sollen aber hierzulande zehntausende, wenn nicht hunderttausende falsche Accounts existieren.

Viele dieser Konten werden und wurden unter falschem Namen eingerichtet. Die Glücksspielkommission geht davon aus, dass Personen im Internet zocken, die dazu nicht berechtigt sind, wie Minderjährige, Spielsüchtige oder Kriminelle. Seit 2010 gelten in Belgien in dieser Hinsicht zwar strengere Regeln, doch diese werden in der Praxis aber nicht wirklich kontrolliert.

Belgiens Justizminister Koen Geens (CD&V) will, dass die Glücksspielkommission in dieser Hinsicht aktiver wird. In einer ersten Phase, die im September angelaufen ist, überprüft die Glücksspielkommission die Namen dieser Account-Inhaber und vergleicht diese mit den individuellen Nummern im belgischen Nationalregister. Hier konnten in nur zwei Monaten problemlos 70.000 Fake-Accounts aufgedeckt werden.

Ab nächstes Jahr soll es unmöglich werden, sich unter falschem Namen mit seiner Nationalnummer, die verpflichtet anzugeben ist, wenn man sich im Internet im Glücksspiel versuchen will, auf den entsprechenden Zockerseiten anzumelden.

Reaktionen

Die Belgian Gaming Assiciation (BGA), der Dachverband der Betreiber von registrierten Online-Glücksspielseiten und der hiesigen Casinos, gibt dazu an, dass bei den ihnen angeschlossenen Seiten alles in Ordnung sei, denn hier müssen sich die Spieler erkennbar machen, um ihre Gewinne einstreichen zu können.

Gegen illegales Zocken im Internet läuft übrigens die belgische Nationallotterie sturm. Sie sieht darin eine starke Konkurrenz zu ihren eigenen Online-Angeboten, wie die flämische Tageszeitung De Morgen dazu meldete.