Zehntausende neue Jobs in Belgien geschaffen

„Jobs, Jobs, Jobs“ rief Premierminister Charles Michel (MR) als Losung im Rahmen seiner Regierungserklärung noch vor einigen Wochen in belgischen Bundesparlament als Losung aus. Neue Statistiken und Vorausplanungen unterstreichen dies. Neue Stellen wurden bereits geschaffen, weitere sollen nach verschiedensten Entwicklungen weiter folgen.

Nach Angaben des Nationalen Rechnungsinstituts (INR) konnten im Bereich der Privatwirtschaft im ersten Halbjahr 2015 in Belgien rund 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Doch auch im Gesundheits- und Pflegebereich kamen etwa 9.000 zusätzliche Stellen hinzu. Nur im Bereich der öffentlichen Hand wurden keine neue Jobs geschaffen, ganz im Gegenteil: Im belgischen Beamtenwesen wurden bis zu 4.000 Stellen abgebaut, größtenteils durch in Rente gegangene Arbeitnehmer, die nicht mehr ersetzt wurden.

Die so genannte und viel beschworene Tax Shift, die eine Verringerung der Belastung der Arbeit, sprich der Lohnnebenkosten, zugunsten der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, soll nach jüngsten Berechnungen der Neutralen Selbständigen-Gewerkschaft (NSZ) zwischen 2016 und 2020 zur Schaffung von bis zu 58.000 neue Stellen führen. In diesem Zeitraum sollen die von den Arbeitgebern zu leistenden Lohnnebenkosten bei der Einstellung eines ersten Mitarbeiters wegfallen, um die Hemmschwelle der Ersteinstellung für Unternehmensgründer zu nehmen.

Die NSZ hatte bei einer Umfrage unter 843 dem Verband angeschlossenen Mittelständler, die noch kein eigenes Personal haben, festgestellt, dass 18 % der Befragten erwägen, durch die Tax Shift ermutigt, doch Mitarbeiter anzuwerben. Bei knapp 322.000 kleinen und mittelständischen Unternehmen in Belgien könnte dies gut und gerne 58.000 neue Jobs bedeuten. Premier Michel wird’s freuen.

Jobs durch Flüchtlinge

Auch der Zustrom von Flüchtlingen und Asylsuchern in unserem Land sorgt für neue Arbeitsplätze. Die bisher in unserem Land rund 25.000 aufgenommenen Flüchtlinge wurden über dutzende Aufnahmezentren über das ganze Land verteilt.

Diese Zentren werden in erster Linie von der belgischen Bundesbehörde für Asyl, Fedasil, und vom Roten Kreuz verwaltet. Nicht zuletzt wurden in letzter Zeit auch private Unternehmen mit der Betreuung von Flüchtlingen betraut.

Diese „Flüchtlingswirtschaft“, die die Medien das gerne nennen, schafft sowohl bei den Behörden, als auch beim Roten Kreuz und in der Privatwirtschaft einige neue Arbeitsplätze.