Niedrige Zinsen: Belgiens Staatsschuld wird billiger

Die Kosten zur Finanzierung der turmhohen Staatsschuld Belgiens sind im Vergleich zu 2014 deutlich gesunken. Grund dafür sind die derzeit besonders niedrigen Zinsen auf den internationalen Finanzmärkten. Die dadurch dieses Jahr freiwerdenden Mittel will der Staat in den Haushalt zum weiteren Abbau der Staatsschuld einfließen lassen.

Auf der einen Seite steigt die Staatsschuld Belgiens weiter an, doch auf der anderen Seite muss der Staat in diesen Tagen deutlich weniger Geld aufbringen, um diese Schulden weiter abzubauen. Derzeit beläuft sich der Schuldenberg auf 393 Mia. €, was 106 % des aktuellen Brutto-Inlandsprodukts (BIP) unseres Landes darstellt. Die Zeiten, in denen die Staatsschuld Belgiens unter der „magischen“ 100 %-Marke lag, sind lange vorbei. 2007, kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise, lag dieser Wert bei „nur“ 86 % des BIP.

So günstig, wie damals, sind die Voraussetzungen zum Schuldenabbau derzeit nicht, doch haushaltsmäßig sorgen die derzeit niedrigen Zinsen an den internationalen Finanzmärkten für einen finanziellen Glücksfall. Nach Berechnungen der Tageszeitungen De Standaard und Le Soir muss der belgische Staat im laufenden Jahr 10,6 Mia. € aufbringen, um den Schuldenberg abzubauen und um die entsprechenden Zinsen zu tilgen. Das mag viel Geld sein, doch im Vergleich zum vergangenen Jahr „spart“ Vater Staat jetzt etwa eine Milliarde ein.

Derzeit zahlt Belgien einen Zinssatz von 0,88 % für entsprechende Kredite an den internationalen Finanzmärkten. Im eigenen Haushalt spart der Staat dadurch 330 Mio. € ein, mit dem Haushaltslöcher gestopft werden können. Mit dem Rest wird die Staatsschuld an sich weiter abgebaut und die belgische Bundesagentur für die Staatsschuld legt Gelder an, um sich auf schlechtere Zeiten vorzubereiten, denn die Zinslage auf den internationalen Finanzmärkten wird mit Sicherheit auch wieder ungünstiger werden.